Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sicherheit in Datennetzen

04.04.2001


... mehr zu:
»Corporation »Datennetz »IGD »Spion
Jeder Ausbau der Datennetze eröffnet neue Angriffsmöglichkeiten für Hacker, Spione und Saboteure. Doch ohne sicheren Datenaustausch kommt das E-Business nicht in Schwung. Das Fraunhofer-Institut für Graphische
Datenverarbeitung IGD hat gemeinsam mit der Mitsubishi Corporation eine umfassende Sicherheitssoftware für verteilte Systeme entwickelt.

In den weltumspannenden Datennetzen lauern Wegelagerer und Piraten, jeder Zugang wird zum Einfallstor für Hacker und Spione. Die Mobilkommunikation eröffnet zudem völlig neue Gefahrenpotenziale, um über Mobiltelefone oder Palmtops in bisher sichere Firmennetze einzudringen. Viren, Würmer oder Trojanische Pferde können innerhalb von Stunden Millionen von Rechnern lahm legen. Im letzten Jahr richtete allein der »I love you«-Virus innerhalb weniger Stunden einen Schaden von etwa 20 Milliarden Mark an. Auch große Organisationen mit ausreichenden Ressourcen wie das US-Verteidigungsministerium oder die Microsoft Corporation fielen wiederholt Angriffen zum Opfer.

Die Kontrolle und der Schutz sensibler und urheberrechtlich geschützter Daten wird immer wichtiger, aber auch immer schwieriger. Doch die Gefahren drohen oft von innen noch mehr als von außen. Eine umfassende Datensicherheit verspricht das vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD im Auftrag der Mitsubishi Corporation entwickelte »ReEncryptionTM-System«, das unter dem Projekt-Codenamen »CIPRESS« entwickelt wurde.

Es besteht aus dem von Mitsubishi patentierten ReEncryption-Verfahren und dem vom IGD patentierten digitalen Wasserzeichen. Die Technik wurde in Pilotprojekten sorgfältig getestet und wird nun kommerziell verfügbar sein. Einer der ersten großen Anwender in Deutschland ist die TKIS Document Services, ein Unternehmen der ThyssenKrupp Information Services Gruppe, die aus Sicherheitsgründen und vor allem zur lückenlosen Dokumentenverfolgung »ReEncryption« in ihre Systeme der Dokumentenerstellung (Redaktionssystem), der Dokumentenverwaltung (DMS) und der Archivierung (AMS) integriert.

»Ziel unserer Forschungsarbeiten war ein umfassendes Sicherheitskonzept, das den Missbrauch sensibler Informationen und deren nicht legitimierte Verbreitung verhindert«, umreißt Christoph Busch vom IGD die Vorgaben des Projektes. Jedes Dokument wird bei jeder Bearbeitung und bei jedem Datentransfer automatisch verschlüsselt, ohne dass der Benutzer dies bemerkt oder verhindern kann. So lässt sich genau überwachen, wer wann welche Arbeiten an einem Dokument durchgeführt hat. Zu den verschlüsselten Dokumenten haben nur berechtigte Personen Zugriff. Selbst die ausgedruckten Dokumente sind mit einem digitalen, für den Betrachter nicht wahrnehmbaren Wasserzeichen versehen.

So gibt auch jeder Ausdruck Auskunft über den letzten Nutzer und den rechtmäßigen Besitzer des Dokuments. Das System schützt somit vor Industriespionage. Ein Key Center als zentrale Komponente erzeugt und speichert kryptographische Schlüssel, verfolgt und kontrolliert die Verwendung von Daten und Dokumenten. So wird die manuelle Dokumentenverfolgung überflüssig, ein weiterer Vorteil, der bürokratischen Aufwand und Kosten reduziert. ReEncryptionTM / CIPRESS ist für alle Unternehmen und Organisationen interessant, die hohe Anforderungen an Datensicherheit stellen und eine lückenlose Dokumentenverfolgung benötigen. Es läßt sich einfach in das Betriebssystem von Standard-PCs implementieren und arbeitet dort ähnlich wie ein Viren-Scanner still im Hintergrund. Die aktuelle Version des Systems unterstützt Microsoft® Windows® NT 4.0. Weitere Versionen für Windows 2000 sowie für führende Unix Varianten und Sun Solaris sind derzeit in der Entwicklung.

Die ungelösten Sicherheitsprobleme sind die größten Hemmnisse für die Entfaltung von E-Business und E-Commerce. Fraunhofer- und GMD-Institute bündeln ihr Know-how, um durch grundlegende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten den wachsenden Anforderungen an IT-Sicherheit begegnen zu können. Im Mittelpunkt stehen dabei: Neue biometrische Methoden der Zugangskontrolle, Schutzmechanismen vor Wirtschaftsspionage, komplexe elektronische Geschäftsprozesse, wachsender Handel auf Basis mobiler Endgeräte und der Schutz von Eigentums- und Verwertungsrechten bei Ton, Bild und Video.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

 Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw

Weitere Berichte zu: Corporation Datennetz IGD Spion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten