Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Interaktiv im virtuellen Raum unterwegs

07.03.2005


In zylindrischen 360°-Panoramen lassen sich virtuelle Szenen rund um ihre eigene Achse betrachten. Mit einem neuen System, das auf der CeBIT gezeigt wird, können sie interaktiv erkundet werden: Um Geräusche, Bilder oder Filme erweitert, entstehen lebendige Repräsentationen von Räumen.


In das Rundumpanorama dieses Museumsraums können Informationen unterschiedlichster Art eingebettet und abgerufen werden. © Fraunhofer HHI



Schon so mancher hat sich beim Großeinkauf gewünscht, vorbeidrängelnde Kunden aus dem Laden zu werfen, sich ohne Wartezeit einen kundigen Verkäufer zu angeln und das lästige Gedudel aus den Lautsprechern abzustellen. Zumindest virtuell könnte dies bald möglich sein. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik HHI in Berlin haben ein System erweitert, das reale Umgebungen hoch aufgelöst als Rundumpanoramen nicht nur auf flachen Monitoren darstellen kann. In das Bild lassen sich Videos, bewegte oder starre Objekte und Ton einbetten. In einem virtuellen Verkaufsraum kann ein Anbieter verschiedene Produkte ausstellen, diese vorführen oder mit Informationen verknüpfen. "Der Kunde schafft sich so im Angebot interaktiv seine eigene Einkaufsatmosphäre", sagt Peter Eisert. "Er blendet uninteressante Waren einfach aus, fragt Infos zu einzelnen Produkten ab und bestimmt selbst, wie viele weitere Kunden ihn umgeben sollen."

... mehr zu:
»Interaktiv »Video


Die virtuelle Umgebung lässt sich aus Videos, aber auch einfachen Aufnahmen mit der Digitalkamera erzeugen. Um die Rohdaten flexibler zu verarbeiten, haben die HHI-Forscher verschiedene Algorithmen zur nachträglichen Optimierung entwickelt. Möchte man etwa nur die Szenerie eines belebten Platzes nutzen, kann das Programm aus mehreren Bildern sich bewegende Autos oder Menschen herausrechnen. Ein anderer Algorithmus korrigiert Helligkeitsunterschiede: Aus Bildern mit unterschiedlichen Belichtungszeiten erstellt er neue, die alle Elemente richtig ausgeleuchtet enthalten. Der multimediale Standard MPEG-4 BIFS (Binary Format for Scenes) beschreibt den Aufbau der Panoramen. Er behandelt die eingebetteten Bild-, Klang- oder Filminformationen als einzelne Objekte, die sich individuell bearbeiten und vom Nutzer später etwa per Maus einzeln anwählen lassen. Die Informatiker nutzen den Standard außerdem, um Streams zu verschicken. Damit die Datenrate niedrig bleibt, werden nur diejenigen Elemente übertragen, die für den aktuellen Blickwinkel des Nutzers nötig sind.

Virtuelle Verkaufsräume sind nur eine mögliche Anwendung für die neue Technik. "Reiseveranstalter etwa könnten sie nutzen, um potenziellen Kunden eine Ferienanlage vorzuführen", schlägt Eisert vor. "Die könnten sich dann etwa versichern, dass der Pool nicht zwanzig Meter neben der Autobahn liegt." Auf der CeBIT besteht die Möglichkeit, die realitätsgetreuen Szenerien in Halle 9 am Stand B36 zu erleben: Besucher können das Brandenburger Tor virtuell betrachten, sich im Hotel Adlon umsehen oder das ethnologische Museum in Dahlem besichtigen, um dort etwas über die Exponate zu erfahren.

Ansprechpartner:
Dr. Peter Eisert
Telefon: 0 30 / 3 10 02-6 14, Fax: 0 30 / 3 92 72 00
eisert@hhi.fraunhofer.de

Dipl.-Ing. Jürgen Th. Rurainsky
Telefon: 0 30 / 3 10 02-2 67
rurainsky@hhi.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.hhi.fraunhofer.de
http://www.cebit2005.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Interaktiv Video

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise