Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zeig mir Dein Gesicht!

18.02.2005


Bei der 3-D-Gesichtserkennung werden die Maße des Kopfs exakt erfasst. © Fraunhofer IGD


Der elektronische Reisepass kommt. Von November an werden neue Reisedokumente mit biometrischen Daten wie zum Beispiel Informationen über die Gesichtsform versehen. Fraunhofer-Forscher untersuchen, wie leistungsfähig die Gesichtserkennung ist. Auf der CeBIT (10. bis 16. März in Hannover) stellen sie die Ergebnisse in Halle 9 am Stand B36 vor.


"Ihre Papiere bitte und dann freundlich in die Kamera lächeln!" - so könnte es schon bald an der Grenze heißen. Denn künftig sind auf einem Chip im Reisepass auch Daten über die Gesichtsform, die Augeniris oder Fingerabdrücke des Besitzers gespeichert. Per Funk werden die Daten an einen Computer übertragen. Stimmen die Informationen überein, kann man die Grenze problemlos passieren. Das soll die Passkontrolle schneller und sicherer machen. In Deutschland werden von November an die ersten Reisepässe mit biometrischen Daten ausgegeben. Der Grund für die schnelle Einführung: EU-Bürger dürfen nur noch dann ohne Visum in die Vereinigten Staaten einreisen, wenn sie einen Pass mit biometrischen Daten vorzeigen können.

"In den neuen Reisepässen sind zunächst zweidimensionale digitale Gesichtsbilder enthalten", erläutert Dr. Christoph Busch, Leiter der Abteilung Sicherheitstechnologie für Graphik und Kommunikationssysteme am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt. Damit soll der erste Einstieg in biometrische Pässe erfolgen. Neben dem Foto sind verschlüsselt auch Informationen zur Gesichtsform gespeichert. Später sollen auch Fingerabdrücke verschlüsselt hinterlegt werden.


Doch wie leistungsfähig ist die 2-D-Gesichtserkennung? Dieser Frage sind Forscher des IGD im Auftrag des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nachgegangen. In der Studie "Untersuchungen der Eigenschaften von Gesichtserkennungssystemen - BioFace" haben die Wissenschaftler unterschiedliche Verfahren und Erkennungsalgorithmen getestet. Darüber hinaus wurde untersucht, ob zum Beispiel Hüte, Mimik, Kopfhaltung oder einfallendes Licht die Erkennungsleistung beeinträchtigen. Das Ergebnis: Starker Lichteinfall, eine Drehung oder Neigung des Kopfs erschweren die richtige Identifizierung.

"Mehr Sicherheit könnte die 3-D-Gesichtserkennung bieten", erläutert Busch. Der Vorteil: Die erfassten Modelle sind immer metrisch korrekt. Die Grundmaße des Kopfs wie etwa der Augenabstand oder die Länge der Nase bleiben gleich - egal welchen Abstand die fotografierte Person zur Kamera hat. Um ein Gesicht in 3-D zu erfassen, wird zum Beispiel ein farbiges Streifenmuster auf den Kopf projiziert. Stirn, Ohren, Nase oder Kinn verformen die Farbstreifen und erzeugen für jeden Menschen ein anderes charakteristisches Muster. Aus diesen Daten berechnet der Computer die Gesichtsform. Die 3-D-Gesichtserkennung arbeitet weitgehend unabhängig von Störfaktoren wie Beleuchtung und Kopfhaltung. Das macht das Verfahren sicherer und robuster als die 2-D-Gesichtserkennung. Derzeit untersuchen die Forscher des IGD verschiedene 3-D-Systeme auf ihre Leistungsfähigkeit.

Ansprechpartner:

Dr. Christoph Busch,
Telefon: 0 61 51 / 1 55-1 47, Fax: -4 99
christoph.busch@igd.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.igd.fraunhofer.de
http://www.cebit2005.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder
19.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab
18.01.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie