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DFKI liefert Live-Vogelperspektive für UMTS-Handys bei Querfeldein-Radsport Weltmeisterschaft

28.01.2005


UMTS-Produktprototyp "Interactive Mobile Monitoring (IMM)"


Das DFKI präsentiert bei der Querfeldein-Radsport-Weltmeisterschaft, UCI Cyclo-Cross 2005 World Championchips, in Sankt Wendel (29.-30. Januar) Live-Videostreaming auf UMTS-Handys. Mit der DFKI-Entwicklung "Interactive Mobile Monitoring" (IMM) kann man nun über UMTS-Smartphones, zB. Nokia 6630, auf netzwerkfähige Videokameras zugreifen und diese über die Handytastatur fernsteuern. Der IMM-Technologiedemonstrator ist ein Ergebnis der Projekte "UMTS DoIT" und "Saarland Unwired" aus der gemeinsamen Multimediainitiative des saarländischen Wirtschaftsministeriums und der Deutschen Telekom AG. Der Prototyp zeigt eine Vorschau auf mobile Multimediadienste, die bei zukünftigen Großveranstaltungen wie der WM 2006 verfügbar sein werden.

"In unseren UMTS-Projekten werden am DFKI Systeme für mobile Breitbandkommunikation erarbeitet, die Benutzerfreundlichkeit mit Innovationsfähigkeit und hohem Anwendungspotential verbinden", erläutert Prof. Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, Hintergründe und Chancen. "IMM ermöglicht eine mobile und interaktive Ansicht und die Fernsteuerung einer Vielzahl von Bildquellen, wie z.B. Liveaufnahmen von vernetzten Kameras." UMTS-Experte und DFKI-Projektleiter Dr. Dietmar Dengler ergänzt: "IMM kann z.B. bei der mobilen Baustellenüberwachung, mobilen Sicherheitsanwendungen oder der bildbasierten Ferndiagnose eingesetzt werden."


Im Rahmen der Querfeldein-Radsport Weltmeisterschaft wird eine Videokamera an einem Fesselballon hängend den UMTS-Benutzern live die Vogelperspektive auf das Wettbewerbsgeschehen eröffnen. Auf einem UMTS-fähigen Smartphone kann jeder Benutzer individuell die Videoquellen bestimmen und durch einfache Tastaturbedienung zwischen einer Übersichtsdarstellung und der Selektion einer einzelnen Quelle wechseln. Wenn die selektierte Kamera über Steuerungsmöglichkeiten (Pan-Tilt-Zoom) verfügt, kann die Kamera direkt über die Handytastatur bedient werden.

Durch das IMM-System konnten mehrere mobile interaktive Eventainmentangebote realisiert werden. So kann der Benutzer einen virtuellen Zeppelin über das Veranstaltungsgelände steuern und dabei z.B. erfahren, wo Live-Multimediadaten der Veranstaltung verfügbar sind. Er kann sich außerdem direkt in den Livestream von Kameras am Parcours oder in der Luft einklinken und diese sogar direkt vom Smartphone aus steuern: die Kamera nach rechts und links, nach oben und unten bewegen und das Bild zoomen. Dynamische Leistungsdaten der Sportler während des Wettkampfes können ebenfalls individuell angewählt und in die laufende Bildfolge eingeblendet werden. Durch die interaktive Streaming-Lösung kann der Benutzer das räumlich weitläufige Sportereignis intensiver und umfassender erleben, sich neue Blickwinkel erschließen und sogar individuell Wiederholungen und Zeitlupen einspielen.

Ermöglicht wird das "Interactive Mobile Monitoring" durch die Anwendung einer "Interactive Streaming"-Architektur. Der Benutzer erhält eine komfortable, leicht zu bedienende Schnittstelle zu Live-Multimediaquellen und kann mit diesen direkt in Interaktion treten; der Effekt der Interaktion ist dabei unmittelbar sichtbar: die Kamera schwenkt, der Bildausschnitt wird kleiner oder grösser. Das IMM-System verwendet Standardtechnologien und ist damit sowohl auf einem Smartphone als auch auf einem MS Windows-System bedienbar.

Das DFKI ist als Private-Public-Partnership organisiert mit Großunternehmen, Mittelständlern, den Ländern Rheinland-Pfalz und Saarland als Gesellschaftern der DFKI GmbH und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als wichtigem Projektförderer. Die Industrie hat die Mehrheit im Aufsichtsrat. Das Motto des DFKI ist "Innovation pur". Inhaltliche Schwerpunkte sind Wissensmanagement, Intelligente Visualisierung und Simulation, Deduktion und Multiagentensysteme, Sprachtechnologie, Intelligente Benutzerschnittstellen, Bildverstehen, Mustererkennung und Wirtschaftsinformatik. Ohne staatliche Grundfinanzierung, also durch reine Auftrags- und Projektforschung hat sich das DFKI seit der Gründung 1988 zum weltweit größten Zentrum für innovative Softwaretechnologien entwickelt mit aktuell über 200 Mitarbeitern und einem Finanzierungsvolumen von knapp 18 Mio. Euro in 2004. Das DFKI wirkt für hochbegabte Wissenschaftler als eine Art Durchlauferhitzer für eine Karriere als Unternehmensgründer, Industrie-Forscher oder Hochschullehrer.

Reinhard Karger M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfki.de
http://www.sankt-wendel.de
http://www.saarland-unwired.de

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