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Neue Kopierschutztechnologie für Computerchips

05.10.2004


Kleinste Variationen im Produktionsprozess schaffen Identität



Jeder Mikrochip weist einzigartige Fehlerstellen auf, die dazu benutzt werden können, ein Klonen unmöglich zu machen. Der Erfinder dieser Technik behauptet, dass seine Methode das Kopieren von Bankomat- oder Personalausweis-Karten verhindert und vielleicht sogar den illegalen Handel mit gefälschten Computerspielkonsolen aufhalten kann. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.

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Fälscher kopieren Smartcards oder Spielkonsolen durch so genanntes "Reverse Engineering" des elektronischen Schaltschemas. Dabei berechnen sie die Funktionen eines Stromkreislaufs und bauen ihn nach. Wird das einwandfrei ausgeführt, wird jede Software, die diesen Chip verwendet, zum Beispiel ein Bankomat oder eine PlayStation, ganz normal laufen. Srini Devadas, Elektroniker am Massachusetts Institute of Technology hat eine Software entwickelt, die die Hardware untersucht, um festzustellen ob der Chip authentisch ist. Kleinste Veränderungen im Aufbau von Silikon-Chips bedeuten, dass sie nicht identisch sind. Devada verwendet diese Variationen um einen einzigartigen ID-Code zu schaffen, der durch die Software verifiziert wird.

Die Transistoren eines Mikrochips sind mit wenigen Hundert Nanometer breiten Aluminium- oder Kupferschienen verbunden, deren Dicke von der exakten Temperatur und dem Druck während des Produktionsprozesses abhängen. Aufgrund winziger Variationen hinsichtlich Temperatur und Druck erhält jede Metallschiene ein einzigartiges Dicke-Profil. Eine dickere Schiene lässt Signale schneller passieren als eine dünne. Devadas hat in den Chip einen kleinen Schaltkreis integriert, der diese Unterschiede aufnimmt und sie verwendet um einzigartige ID-Codes zu generieren. Der Schaltkreis verwendet ein 128-Bit-Signal. Dieses wird einem geheimen Algorithmus eingespeist, der den ID-Code erzeugt. "Das ist sicherer als jedes System, das wir derzeit haben", behauptet Devadas. Die Technik soll vor Hackern schützen, die Smartcards klonen, zum Beispiel solche, die Banktransaktionen authentifizieren, Eintritt zu Gebäuden geben oder Pay-TV-Signale entschlüsseln.

Die neue Karte wäre kriminaltechnisch nicht anfällig. Einem Fälscher wäre es unmöglich, die präzise Physiologie des Chips zu imitieren, um den ID-Code zu reproduzieren. Nicht alle Sicherheitsexperten sind von Devadas´ Idee überzeugt. Kryptographie-Experte Bruce Schneier von Counterpane Internet Security in Mountain View sagte, ein Fälscher könne einen Algorithmus schreiben, der die Antwort des ID-Codes eines Chips imitiert. Paul Clark von Secure Methods in Martinsburg glaubt, dass nur bessere Sicherheitsmaßnahmen, wie intensivere Verschlüsselung, gegen solche Attacken schützen.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.newscientist.com
http://web.mit.edu/
http://www.counterpane.com

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