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Digitaler Museumsbegleiter: mit EXPLORE das Museum entdecken

24.09.2004


Am 6. Oktober treten die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik ISST eine Reise nach Italien an. Im Gepäck haben sie das Konzept für einen Digitalen Begleiter, der Jugendliche und Kinder in Zukunft spielerisch durch Museen und andere Ausstellungen führen soll. Am Samstag wird das Konzept in Dortmund vorgestellt.


Demonstration von EXPLORE



Am 6. Oktober treten die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik ISST eine Reise nach Italien an. Im Gepäck haben sie das Konzept für einen Digitalen Begleiter, der Jugendliche und Kinder in Zukunft spielerisch durch Museen und andere Ausstellungen führen soll. An der Realisierung arbeiten die Dortmunder Forscher zusammen mit weiteren europäischen Partnern innerhalb des Projektes EXPLORE, das jetzt in Italien einer internationalen Konferenz in Bertinoro präsentiert wird.

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Mit EXPLORE das Museum entdecken

Hinter EXPLORE steckt die Absicht, mit Hilfe innovativer Technologien das Interesse von Kindern und Jugendlichen an Kultur zu wecken. In einem finnischen Technikmuseum und in einem italienischen Kunstmuseum wird diese Anwendung in naher Zukunft möglich sein: Das eigene Handy ermöglicht den interaktiven Zugang zum Museum für Kinder und Jugendliche. Das im Hintergrund laufende Software-System erkennt, in welcher Halle oder an welchem Exponat sich der Jugendliche befindet und bietet ihm verschiedene Optionen an. So regen ein Quiz und eine virtuelle Schnitzeljagd spielerisch dazu an, einen selbstständigen Zugang zum Exponat zu entdecken. Weitere Informationen können in unterschiedlicher medialer Aufbereitung abgerufen werden, denn mit EXPLORE können auch Töne, Bilder oder sogar Videosequenzen eingesetzt werden. Dr. Kerstin Heuwinkel, die Projektleiterin von EXPLORE am Fraunhofer ISST erklärt: "Neben der multimedialen Konzeption ist es uns wichtig, eine interaktive Komponente zu realisieren." Einerseits bezieht sich die Interaktivität auf die Museumsbesucher: Jugendliche mit den gleichen Interessen sollen die Möglichkeit erhalten, in Kontakt zu treten. Andererseits können der Besucher und das Museum einen Dialog führen: Besucher schildern ihre Empfindungen zu einem Exponat oder bewerten die Ausstellung." Solche Rückkopplungen ermöglichen dem Museum zum Beispiel, Ausstellungen auf die Bedürfnisse der Besucher auszurichten oder Terminerinnerungen über stattfindende Ereignisse zu verschicken. An Stelle des anonymen, fluktuiden Kunden tritt das Bild eines Besuchers, dessen Bedürfnisse im Sinne einer längerfristigen Kundenbindung erkannt und gepflegt werden.

Weitere Pläne : Von Italien zurück nach Dortmund

EXPLORE ist ein Projekt des Fraunhofer ISST im Umfeld Informationslogistik und Digitale Begleiter. Diese begleiten den Anwender in verschiedenen Lebenssituationen und versorgen ihn gezielt mit passender Information. Im Bereich des Sports konnte das Fraunhofer ISST bereits einige Projekte realisieren, doch gerade im Feld der Kultur sieht Dr. Kerstin Heuwinkel viel Potenzial: "Unsere Überlegungen im Bereich der Digitalen Museumsbegleiter sind schon sehr fortgeschritten, EXPLORE ist nur ein Projekt. Nicht nur spezielle Services für Kinder und Jugendlich sind denkbar, sondern auch Touren für Anfänger oder Experten. Außerdem ist eine ganzheitliche Organisation des Erlebnisses möglich, indem man den Museumsbesuch zum Beispiel über das Internet auch vor- und nachbereiten kann." Nach dem Ausflug in das europäische Ausland strebt das Fraunhofer ISST nun auch eine Anwendung der Technologie vor der Dortmunder Institutstür an: Erste Gespräche mit dem ortsansässigen Museum für Kunst und Kulturgeschichte MKK weisen auf eine mögliche Kooperation hin. Angestrebte Leuchtturmprojekte sind eine Beteiligung des Fraunhofer ISST an der Mittelalter-Ausstellung anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und ein Einsatz der Technologie in der geplanten Filiale der Berliner Nationalgalerie.

"Ortstermin beim MKK in Dortmund" soll es dann im November auch für die finnischen und italienischen Kollegen des EXPLORE-Projektes heißen: Dann wollen die Forscher gemeinsam mit den Fachleuten des MKK der spannenden Frage der Gestaltung eines Museums von morgen nachgehen.

B.A. Britta Schmitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.isst.fhg.de/german/projekte/2004/explore.html

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