Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Testzentrum für Funketiketten

10.09.2004


© Fraunhofer IML - In der Versuchshalle des Instituts können Kunden verschiedene logistische Konzepte testen und optimieren lassen.


Wurde auf dem Transport die Kühlkette unterbrochen? RFID-Chips werden in Zukunft solche Angaben speichern und die unflexiblen Barcodes deutlich übertreffen. In welchem Umfang ihr Einsatz sinnvoll ist, untersuchen Forscher gemeinsam mit der Industrie in einer Testanlage.

... mehr zu:
»Barcode »Funketikett »RFID-Chip

Pflanzenschutzmittel in Babynahrung, Salmonellen in Schokolade - solche Schlagzeilen tauchen immer wieder auf. Doch welche von den Produkten, die sich in den Supermarktregalen stapeln, gehören zu den fehlerhaften? Wann genau wurden die einzelnen Produkte hergestellt? Und wo? Über den Barcode auf der Verpackung sind solche Fragen nicht zu beantworten. Und so landen sicherheitshalber alle Artikel der betreffenden Sorte in der Mülltonne. Gezielter ginge es mit der Radio Frequency Identification per RFID-Chips. Im Gegensatz zum optisch gelesenen Barcode speichert er alle nötigen Informationen wie Ort und Zeit der Herstellung oder die genauen Lieferwege. Zudem sind Funkchips gegen Verschmutzungen immun. Mit einem Thermosensor ist sogar nachvollziehbar, ob die Kühlkette unterbrochen wurde. So ist es möglich, bei einer Rückrufaktion ausschließlich die fehlerhaften Produkte auszusortieren. Besonders für größere Verpackungseinheiten wie Paletten und Kartons eignen sich RFID-Chips - für billige Wegwerfartikel kommen sie wegen der zu hohen Kosten momentan noch nicht infrage.

Vor allem im Großhandel werden die kleinen Informationsträger logistische Abläufe vereinfachen. Bislang ist die Auskunft, für welche Adressaten Waren bestimmt sind, im Barcode fix gespeichert. Kurzfristige Änderungen können höchstens noch im assoziierten Lagerhaltungssystem vorgenommen werden. RFID-Chips dagegen lassen sich einfach umschreiben. Das kontaktlose Funkauslesen ermöglicht es darüber hinaus, ganze LkwLadungen in einem Rutsch zu scannen - ohne die Waren erst abladen zu müssen.


Doch hält die Technik, was sie verspricht? Die Marktstudie "RFID 2004 Logistiktrends für Industrie und Handel", die am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML durchgeführt wurde, zeigt: Experten sind besonders skeptisch wegen der noch ausstehenden Standardisierung und der hohen Investitionskosten für die Umstellung. "Bei den Unternehmen führt das zu einer abwartenden Haltung, da niemand aufs falsche Pferd setzen will", weiß Abteilungsleiter Volker Lange. "Die Bereitschaft RFID einzuführen, ist jedoch durchaus vorhanden. Um die Technik genauer testen und ihre Potenziale überprüfen zu können, haben wir das Open ID-Center aufgebaut." Vorgestellt wird es während der Dortmunder Gespräche, der jährlichen Fachtagung des IML am 14. und 15. September. In der matLog-Halle können Industriekunden Systeme vergleichen und auswählen und zudem Investitions- und Betriebskosten ermitteln.

Dr. Volker Lange
Telefon 0231 / 9743-264
Fax 0231 / 9743-311
volker.lange@iml.fraunhofer.de

Dipl.-Ing. Wolfgang Lammers
Telefon 0231 / 9743-277
wolfgang.lammers@iml.fraunhofer.de

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML
Joseph-von-Fraunhofer-Straße 2-4
44227 Dortmund

Beate Koch | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.openID-center.de
http://www.iml.fraunhofer.de/1720

Weitere Berichte zu: Barcode Funketikett RFID-Chip

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten
22.08.2017 | Fraunhofer IPM

nachricht Kieler Wissenschaft entwickelt exzellentes Forschungsdatenmanagement
21.08.2017 | ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen