Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Sicherheit und Leistung in 8-Bit und 16-Bit Chipkartenanwendungen durch die neue Sicherheitscontroller-Familie

03.09.2004


Infineon Technologies AG, Weltmarktführer bei Chipkarten-ICs, hat auf der Messe „Smartcards Expo India 2004“ in Neu Delhi seine neue Familie von Sicherheitscontrollern für 8-Bit und 16-Bit Kartenanwendungen vorgestellt. Die Familie „66P Enhanced“, abgekürzt 66PE, bietet erweiterte Sicherheitsmerkmale und intelligentes Leistungsmanagement. Sie kombiniert die bei Chipkarten-ICs bewährte 0,22-Mikrometer-Prozesstechnologie mit einem flexiblen EEPROM-Speicherkonzept, das auch die 88-Familie von 32-Bit Chipkartencontrollern verwendet. Die EEPROM-Speicher der 66PE-Mitglieder reichen von 2 kByte (Kilobyte) für einfache Zahlungsanwendungen bis zu 136 kByte, die in der Mobilkommunikation für bestimmte SIM-Karten (GSM, UMTS) mit erweiterten Funktionen benötigt werden. Die 66PE-Familie, die Infineons derzeitige 66P-Produkte ablöst, eignet sich zudem für den Einsatz in den Bereichen Identifikation, z. B. Personalausweise und Gesundheitskarten, und im elektronischen Zahlungsverkehr, z. B. elektronische Geldbörse oder Kredit- und Debitkarten. Die Volumenproduktion für ihre ersten Mitglieder ist bereits angelaufen.



Die 66PE-Familie ist code-kompatibel zur 66P-Familie. Kartenherstellern können bestehende Software-Masken zügig und einfach auf 66PE übertragen. Um neue Anwendungs-Software anzupassen, bietet die Controllerfamilie einen erweiterten Befehlssatz, der den Zugang zu größeren On-Chip-Speichern erleichtert, dabei gleichzeitig die Codegröße verringert und die Leistungsfähigkeit einiger Programmsequenzen um bis zu 80 Prozent erhöht.



Alle 66PE-Sicherheitscontroller unterstützten die Spannungsklassen 1,8 V, 3 V oder 5 V und passen sich der externen Spannung automatisch an. Außerdem gleicht die im Chip integrierte intelligente Leistungsregelung die interne Taktfrequenz an die jeweiligen Anforderungen der Applikation an, um den maximalen, innerhalb spezifizierter Grenzwerte festgelegten Stromverbrauch einzuhalten - beispielsweise 6 mA für 3 V Betriebsspannung bei GSM SIM-Karten. Das erlaubt maximale Leistung während sämtlicher Chipkartenoperationen. Die interne Frequenz beträgt dabei bis zu 33 MHz und übertrifft damit die Frequenz der Vorgängerfamilie 66P um mehr als das Doppelte.

Darüber hinaus bieten alle Produkte der 66PE-Familie modernste Sicherheitsfunktionen, wie zum Beispiel das aktive Schild, das auf der Chipoberfläche einen stetigen Strom von auf Zufallszahlen basierenden Daten sendet. Wird eine Veränderung des Datenstroms festgestellt, initialisiert der Chip einen automatischen Alarm, der ihn in einen gesicherten Zustand versetzt. Für die chipinterne Kommunikation, beispielsweise die Datenübertragung zwischen Speicherbereichen und Prozesseinheit, bietet die 66PE-Familie sowohl Datenbus- als auch Speicherverschlüsselung. Dies bedeutet, dass neben den gespeicherten Daten auch jedes einzelne auf Datenbussen gesendete Signal verschlüsselt ist. Zu den Sicherheitsmerkmalen gehört außerdem eine ausgeklügelte Sensorik, die den Chip nach neuestem Stand der Technik gegen Strom- und Spannungsangriffe schützt und gegen Licht-, Temperatur- und Störimpulse absichert. RSA- (Rivest, Shamir, Adleman) Algorithmen mit Schlüssellängen von 1.024 Bit, wie sie z. B. die digitale Signatur erfordert, werden in nur 130 ms berechnet (ohne Chinese Remainder Theorem, CRT). Die Memory Management and Protection Unit (MMU) grenzt Systemsoftware und sonstige Anwendungen sicher und zuverlässig gegeneinander ab.

Für die Mitglieder der 66PE-Familie, die in Hochsicherheitsanwendungen zum Einsatz kommen, ist die Zertifizierung gemäß des internationalen Standards „Common Criteria“ mit der Stufe EAL 5+ (Evaluation Assurance Level 5 plus) unter Verwendung des erweiterten Sicherheitsprofils BSI-PP-0002 geplant. Das ist der derzeit härteste Sicherheitstest für Chips in Kartenanwendungen. Er bestätigt, dass ein Chipkartencontroller die weltweit strengsten, nach international gültigen Standards durchgeführten Sicherheitsevaluierungen erfolgreich bestanden hat und alle Anforderungen für eine qualifizierte elektronische Signatur erfüllt. Darüber hinaus erhalten diejenigen 66PE-Produkte, die in Kreditkarten und elektronische Zahlungsanwendungen von VISA, MasterCard CAST, der deutschen Geldkarte des Zentralen Kreditausschusses (ZKA) sowie von Mondex eingesetzt werden, spezielle Applikationszertifikate, so genannte „Typenzulassungen“.

„Als echte modulare und skalierbare Plattform erfüllt die 66PE-Familie die Anforderungen heutiger kontaktbehafteter und kontaktloser Chipkartenapplikationen und erlaubt die einfache Software-Migration von bestehenden Plattformen“, sagte Dr. Jürgen Kuttruff, Leiter des Geschäftsgebietes Sicherheit im Bereich Sichere Mobile Lösungen bei Infineon Technologies. „Die 66PE-Familie wird ein leistungsfähiger Nachfolger der erfolgreichen 66P-Serie sein, die im Jahr 2000 auf den Markt kam. Etwa 35 Prozent aller Chipkartencontroller, die weltweit seit 2000 ausgeliefert wurden, stammen aus der 66P-Familie.“

Erste Produkte der 66PE-Familie sind für den GSM-Markt verfügbar: SLE66C360PE, SLE66C324PE, SLE66C321PE, SLE66C161PE

Die drei Sicherheitscontroller SLE66C360PE, SLE66C324PE und SLE66C321PE zielen auf den 32-kByte und 36-kByte GSM-Markt ab und sind seit Juli 2004 im Hochvolumen verfügbar. Der neueste, der für den 16-kByte GSM-Markt entwickelte SLE66C161PE, wurde am 1. September 2004 qualifiziert.

Die Speicherkapazitäten des SLE66C360PE betragen 32 kByte EEPROM, 196 kByte ROM für Applikationsprogramme und 4 kByte XRAM Arbeitsspeicher. Die beiden Sicherheitscontroller SLE66C324PE und SLE66C321PE adressieren den 32-kByte Markt. Der 66C161PE bietet 16 kByte EEPROM, 48 kBbyte ROM und 2 kBbyte XRAM.

Die Qualifikation weiterer Produkte der 66PE-Familie ist innerhalb der kommenden zwölf Monate geplant. Diese Produkte werden EEPROM-Kapazitäten von 2 kByte, 4 kByte, 8 kByte, 16 kByte, 36 kBbyte, 68 kByte und 136 kByte verfügen. Alle Produkte gestatten die Berechnung von DES- (Data Encryption Standard) und AES- (Advanced Encryption Standard) Algorithmen. Einige werden leistungsfähige Koprozessoren für die Berechnung von asymmetrischen RSA-Algorithmen und elliptischen Kurven bieten.

Als Entwicklungsunterstützung ist ein kompletter Satz an Hardware- und Software-Tools erhältlich, einschließlich Emulator, ROM-Monitor, Kartenemulator, Simulator und Smartmask.

Auf der Smartcard Expo 2004 Messe (2.- 4. September 2004, in Pragati Maidan, Neu Delhi) stellt Infineon die Vielseitigkeit und Qualität seiner Chipkarten-ICs und RFID-Lösungen auf Stand 14 vor.

Monika Sonntag | Infineon Technologies AG
Weitere Informationen:
http://www.infineon.com/security

Weitere Berichte zu: 16-Bit 66PE-Familie 8-Bit Chipkarten-ICs GSM-Markt SLE66C321PE SLE66C324PE SLE66C360PE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise