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Technologie der neuesten Generation für die Transplantatüberwachung

20.07.2004


Fortschritte im Bereich der Transplantation verbessern nachweisbar das Leben von vielen Menschen, die unter Nephropathien oder schweren Augenkrankheiten leiden. In diesem Zusammenhang kann ein kürzlich entwickeltes PDA-System (Persönlicher Digitaler Assistent) die zuverlässige Überwachung der Transplantate während der Konservierung und dem Transport gewährleisten.


Die zuverlässige und ständige Transplantatüberwachung ist eng mit der Bestimmung von geeigneten Temperaturen sowie der Entwicklung einer krankheitserregerfreien Umgebung für den Transplantattransport verbunden. Die neuen Mikrobiosensoren berücksichtigen beide Sachverhalte und sind eine effektive Lösung für die akkurate Einschätzung der Lebensfähigkeit von Organen sowohl während des Transports als auch während der postoperativen Entwicklung.

Einer der wichtigsten gemessenen Parameter ist die elektrische Bioimpedanz, die sich auf den elektrischen Widerstand des biologischen Materials bei der Leitung von Elektrizität bezieht. Es wurde herausgefunden, dass die Bioimpedanz unter ischämischen Bedingungen, bei denen Zellen anschwellen, steigt. Umfassende an Lebern durchgeführte Forschungsstudien verdeutlichten, dass die Impedanz während der Konservierung progressiv steigt.


Außerdem wurde gezeigt, dass die Impedanz umso mehr steigt, je schlechter die Lebern erhalten und konserviert wurden. Die am meisten geschädigten Lebern wiesen die höchsten Impedanzwerte während der Konservierung auf. Deshalb hat sich die elektrische Bioimpedanz als geeigneter Indikator für die Lebensfähigkeit von Zellen und damit der Eignung eines Organs für die Transplantation erwiesen.

Im Rahmen von MICROTRANS wurde auch ein tragbares System für die Insitu-Überwachung des Organgewebes mit Hinblick auf Gewebeimpedanz und -temperatur entwickelt und getestet. Das Instrumentationssystem nutzt geeignete Bioimpedanzproben und wird mit einer PDA-basierten Nutzerschnittstelle geliefert. Dieses kleine Gerät kann einfach mit Desktop-Computersystemen verbunden werden und bietet wichtige Vorteile wie einfache Handhabung und schnelle Verarbeitung.

Mit dem Instrument werden alle gemessenen Daten sowie Warnhinweise bei Notfällen angezeigt. Es kann auch für die Überwachung der Konservierung und des Transports von Transplantaten genutzt werden. Sowohl das Verfahren für die ständige Überwachung der Bioimpedanz als auch das elektronische PDA-System werden den Erwartungen zufolge zu einem Aufschwung in der Biomedizinbranche und der Siliziumindustrie führen. Am wichtigsten aber ist es, dass sie einen wichtigen Beitrag zur internationalen Transplantationsgemeinschaft leisten können, indem sie das Leben der Empfänger/Patienten und ihrer Familien umfassend beeinflussen.

Prof. Jordi Aguiló | ctm
Weitere Informationen:
http://www.cnm.es

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