Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschland zeigt Software-Kompetenz

10.05.2004


Wie brisant methodische Fragen der Software-Entwicklung in vielen Branchen sind - davon konnten sich die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung des Kompetenznetzes Software Engineering am 5. Mai in Berlin überzeugen. Experten aus vier Kernbranchen der deutschen Wirtschaft stellten die speziellen Anforderungen dar, die in ihren Unternehmen an die Software-Qualität und an den Software-Entwicklungsprozess gestellt werden. Den Wissensbedarf industrieller Software-Entwickler an technologischem Know-how und Praxiserfahrungen zu decken - das ist erklärtes Ziel des Kompetenznetzes software-kompetenz.de.



Software ist heute nahezu überall im Einsatz. Ob Handy, Airbag oder DVD-Player - die Funktionsfähigkeit dieser Geräte basiert zu großen Teilen auf Software. Ähnliches gilt für Dienstleistungen wie Bankgeschäfte, Flugbuchungen oder die KFZ-Anmeldung. Damit diese Systeme zuverlässig und fehlerfrei funktionieren, sind bei ihrer Entwicklung ähnliche Prinzipien und Qualitätsmaßstäbe anzuwenden, wie man sie aus den klassischen Ingenieursdisziplinen kennt. Tatsächlich findet aber das aktuell verfügbare Methoden-Know-how in der Praxis jedoch noch wenig Anwendung. In Folge dessen kommt es in der Software-Entwicklung vergleichsweise oft zu Überschreitungen von Budget und Zeitplänen - wenn nicht gar zum Scheitern des Projekts. Software Engineering gehört mittlerweile zur dringend benötigten Kernkompetenz vieler Unternehmen.



Das mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Kompetenznetz software-kompetenz.de bereitet praxisrelevantes Software-Entwicklungs-Know-how auf, stellt es über ein Internetportal zur Verfügung und fördert den Erfahrungsaustausch zwischen Software-Entwicklern aus Forschung und Industrie. Es bündelt praxisgerechtes Know-how über Techniken, Methoden und Werkzeuge und dokumentiert Erfahrungen aus Fallstudien und der betrieblichen Praxis. Die Wissensdatenbank, das Herzstück des Portals, enthält derzeit rund 2.400 Einträge zu zentralen und aktuellen Themen der Software-Entwicklung. Neben der Online-Wissensdatenbank bietet das Kompetenznetz Veranstaltungen zur Weiterbildung und zum Erfahrungsaustausch an. Über regionale Netzwerke werden insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen angesprochen und Vernetzungen mit Forschungspartnern und Hochschulen gefördert.

Am 5. Mai präsentierte sich software-kompetenz.de in Berlin der Öffentlichkeit. Industrievertreter aus den Branchen Fahrzeugtechnik, Automatisierungstechnik, Finanzwirtschaft und Telekommunikation erörterten Trends und Herausforderungen aus ihrem Umfeld. Speziell auf die Relevanz des Kompetenznetzes für die Qualifizierung im Software Engineering wies Herr Prof. Bernd Hindel, wissenschaftlicher Leiter des International Software Quality Institute (iSQI), hin: "Das internationale Software-Qualitätsinstitut (www.iSQI.org) beschäftigt sich mit Personalzertifizierung im Bereich des Software Engineering in mehr als 15 Ländern. Die Datenbasis von software-kompetenz.de stellt für den deutschen Sprachraum eine hervorragende Sammlung von Software-Technologiewissen dar. Wir sehen es als unsere Aufgabe, dieses Wissen in moderne Trainingsformen zu integrieren, in unser Angebot aufzunehmen und so den Nutzerkreis des Kompetenznetzes zu vergrößern."

"Die wirtschaftliche Bedeutung des Kompetenznetzes zeigt sich, wenn der Wissenstransfer zwischen Forschung und Industrie dadurch verbessert und beschleunigt wird", unterstrich Dr. Peter Broß, Geschäftsführer im Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM). "Dazu ist es wichtig, dass softwarerelevante Forschungsergebnisse verständlich, qualitätsgesichert und umfassend für die Entwicklungsverantwortli-chen in der Industrie zur Verfügung gestellt werden. Neben einer erleichterten Methodenauswahl kann der Zugriff auf bewährte Praktiken die Wiederverwendung von Lösungen unterstützen und neue Fehlerquellen und damit unnötige Kostenpotentiale vermeiden."

Dass dem Kompetenznetz eine wichtige Brückenfunktion zwischen Forschung und Industrie zukommt, hob Jörg Maas, Geschäftsführer der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI), hervor. "Forschungsinstitutionen erhalten über das Kompetenznetz wertvolle Hinweise für die Einsetzbarkeit neuer Methoden in der Praxis. Neueste Forschungsergebnisse können zeitnah einer breiten Öffentlichkeit verfügbar gemacht werden."

Das Kompetenznetz software-kompetenz.de wird derzeit von einem Konsortium auf- und ausgebaut, dem die Fraunhofer-Institute FIRST, FIT, IESE, IITB, ISST sowie die Technischen Universitäten in Cottbus und München und das Forschungsinstitut OFFIS in Oldenburg angehören. In Zukunft soll es von einem Verein getragen werden. Bis Ende 2005 wird das Angebot insbesondere um branchenspezifische Inhalte und Erfahrungsberichte aus der Praxis erweitert.

Dipl.-Inform. Petra Steffens | idw
Weitere Informationen:
http://www.iese.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sicheres Bezahlen ohne Datenspur
17.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz