Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fälschern wird das Handwerk verleidet

06.04.2004


Prinzip der kopier- und fälschungsgeschützten Datenspeicherung


FH Mannheim entwickelt Fälschungsschutz für Dokumente


Prinzip der kopier- und fälschungsgeschützten Datenspeicherung Ganz aktuell wird wieder einmal von Fälschungen der EURO-Scheine berichtet. Diese waren ja vor der Einführung als ganz besonders fälschungssicher bezeichnet worden, trotzdem sind die Fälscher bereits so versiert, dass manche Fälschungen erst bei der Zentralbank auffallen. Schon seit langer Zeit werden Wasserzeichen, bestimmte Druckmuster, Hologramme und UV-fluoreszierende Chemikalien benutzt. Offenkundig ist aber der Vorsprung der Sicherheitstechnik vor der Fälschungstechnik heute recht schmal geworden.

Prof. Dr. Bernhard Wirnitzer vom Institut für Signalverarbeitung der FH Mannheim hat mit seinem Team dagegen ein praktisch 100% Sicherheit bietendes neues Verfahren entwickelt. Dabei wird die Papierstruktur und gleichzeitig die Druckqualität des einzelnen Druckerzeugnisses gemessen und daraus ein Datensatz erstellt, der nur für dieses spezielle Blatt gilt. Dieser Datensatz wird mit einem digitalen Verfahren verschlüsselt und in der Druckweise eines anschließend gedruckten Bildes, einer Graphik oder auch nur eines Schmuckstreifens codiert untergebracht.


Die Echtheit des Druckerzeugnisses wird mit einem kleinen Handscanner oder einem PC mit handelsüblichem Scanner geprüft. Er liest die Daten ein, entschlüsselt und dekodiert sie, ermittelt die dabei vorgegebene Stelle für die Messung von Papier- und Druckqualität-"Fingerabdruck", führt die Messung aus und bestätigt die Echtheit - oder eben nicht.

Auch, wenn ein Fälscher nun eine hervorragende Kopie in feinster Auflösung herstellt, stimmt zumindest der Papier-"Fingerabdruck" nicht - selbst dann nicht, wenn er die gleiche Papiersorte benutzt. Die Codierung wird ihm wohl kaum auffallen, man braucht dazu eine starke Lupe und muss ihr Wesen kennen: Bild oder Graphik bestehen normalerweise aus runden Rasterpunkten in konstantem Abstand, die Farbtiefe wird durch ihre unterschiedliche Größe erreicht. Diese Rasterpunkte sind hier länglich, die Codierung steckt in der Richtung ihrer Längsachse. Sollte er doch dahinter kommen, dann hat er immer noch ein gewaltiges Problem: der "Datenspeicher" kann bis zu 4 Kilobyte aufweisen, das entspricht fast 2 Druckseiten Text. Theoretisch ist zwar jeder Code zu knacken, bei den verwendeten paarweisen Codierungsschlüsseln wird das praktisch aber zum hoffnungslosen Unterfangen, die verwendete digitale Kryptographie gilt allgemein als sicher.

Im Team von Prof. Wirnitzer ist ein Netzwerk aus seinem Institut und mitarbeitenden Firmen unter dem Dach eines Steinbeis-Transferinstituts der FH Mannheim zusammen geschlossen, welches das beschriebene Verfahren und Varianten davon u.a. auf der Hannover Messe anbieten wird. Gedacht ist an Lizenzen, weiter kann die erforderliche Soft- und Hardware sowie Ingenieur- und Forschungsleistungen zur Verfügung gestellt werden.

Am Tag der offenen Tür der FH Mannheim (Sonntag, 2.5.04) wird das Institut für Signalverarbeitung vorführen, wie fälschungssichere Ausweise und Zeugnisse entstehen.

Prof. Joerg M. Fliege | idw
Weitere Informationen:
http://www.security2image.de

Weitere Berichte zu: Datensatz Echtheit Graphik Signalverarbeitung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Brain-Computer-Interface: Wenn der Computer uns intuitiv versteht
18.01.2017 | Technische Universität Berlin

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise