Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sprengt "DYNAMITE" die Grenzen zwischen Kühlschrank und Fernseher?

15.03.2004


Forschungsprojekt entwickelt Softwareplattform für technische Geräte- Ziel: neuer Standard für Geräte unterschiedlicher Hersteller



So war es vor dem Internet: Wer damals ein digitales Bild versenden wollte, benötigte Diskette und Briefumschlag. Denn die Computer waren nicht miteinander verbunden. Heute schicken wir Briefe elektronisch und surfen sogar unterwegs im weltweiten Netz. Unsere elektrischen Geräte zu Hause hingegen lassen sich immer noch schwer miteinander vernetzen. Zwar gibt es schon Kühlschränke mit Internet-Anschluss, aber ohne Verbindung zum PC im Wohnzimmer. Wer seine Kochrezepte im Computer verwaltet, kann sie nicht einfach zum Herd in die Küche "schicken". Und für Fernsehgerät, Videorekorder und Stereoanlage liegen in den meisten Haushalten drei Fernbedienungen auf dem Wohnzimmertisch.



Mit intelligenter Software wollen Forscher im Projekt "DYNAMITE" das Problem der Vernetzung in den nächsten drei Jahren lösen: Die technischen Geräte sollen dezentral vernetzt werden, ob mit oder ohne Kabel. Die verschiedenen Ausgabegeräte werden hierfür dynamisch eingebunden. Sie sollen die gleiche Sprache "sprechen" und "verstehen". Das Ergebnis wird eine flexible, offene Plattform für Geräte unterschiedlicher Hersteller sein. DYNAMITE soll flexibler werden als zentrale Haustechniksysteme und zum Beispiel auch neu hinzukommende Geräte einbinden können.

Ein mögliches Szenario: Wer sein Wohnzimmer betritt und fern sehen möchte, muss nicht nach der Fernbedienung suchen, sondern kann die Geräte mit den Fingerspitzen über einen Touchscreen-Bildschirm an der Wand neben der Tür steuern. Oder man kann den eigenen mobilen Assistenten als Fernbedienung für das Fernsehgerät verwenden.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Partner sind das Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD), Darmstadt (Leitung), das European Media Laboratory (EML), Heidelberg, und die Loewe Opta GmbH, Hannover. Hinter der Abkürzung DYNAMITE verbirgt sich "ein Software-Framework DYNamisch Adaptiver Multimodaler IT Ensembles". Die drei Projektpartner verfügen über eine langjährige Erfahrung in der Mensch-Technik-Interaktion und haben bereits beim erfolgreichen BMBF-Projekt EMBASSI mitgewirkt.

Wie der Name vermuten lässt, steckt in "DYNAMITE" technologischer Sprengstoff, denn die Projektpartner verfolgen ein ehrgeiziges Ziel: "Wir wollen keinen Prototypen bauen, sondern ein Fundament schaffen, das einen neuen Standard setzen soll", so Dr. Thomas Kirste, (IGD), Leiter des Konsortiums. Den Kern dieses Fundaments bildet die sogenannte Agententechnologie. Agenten sind Softwarekomponenten, die selbstständig agieren, miteinander kommunizieren und kooperieren.

In einer Modellanwendung soll zum Ende des Projekts gezeigt werden, wie die Geräte miteinander arbeiten. Einen speziellen Demonstrations-Prototypen wird es nicht geben. "Wir entwerfen Werkzeuge, die vielseitig verwendbar sind", erläutert Dr. Rainer Malaka, Gruppenleiter am EML.

Als mögliche Einsatzgebiete für die offene und wiederverwendbare Plattform kommen aber nicht nur der Haushalt, sondern zum Beispiel auch Büros oder Hörsäle in Betracht, in denen viele technische Geräte eingesetzt werden.

Die European Media Laboratory GmbH (EML) ist ein privates Forschungsinstitut für Informationstechnik und ihre Anwendungen. Ziel ist es, neue informationsverarbeitende Systeme zu entwickeln, bei denen der Nutzer die Technik nicht mehr als Hindernis wahrnehmen soll. Der Schwerpunkt liegt in mobilen Assistenzsystemen. Die EML-Forscher arbeiten eng mit Universitäten und der Industrie zusammen. Derzeit bearbeitet das EML im Wesentlichen Forschungsprojekte der gemeinnützigen Klaus Tschira Stiftung (KTS) Ebenso wie die KTS ist das European Media Lab in der Villa Bosch in Heidelberg beheimatet, dem ehemaligen Wohnsitz des Nobelpreisträgers Carl Bosch (1874 - 1940).

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Dr. Rainer Malaka
European Media Laboratory GmbH
Group Leader Personal Memory
Tel: +49-6221-533-206, Fax: -298

Dr. Peter Saueressig | idw
Weitere Informationen:
http://www.eml-development.de/deutsch/Press/Releases/1079103693
http://www.eml-d.villa-bosch.de
http://www.kts.villa-bosch.de

Weitere Berichte zu: Fernbedienung Fundament Graphische Datenverarbeitung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Computer mit Köpfchen
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Pepper, der neue Kollege im Altenheim
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie