Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ArchiSig-Konsortium realisiert elektronische Langzeitsignatur: 30 Jahre und länger beweiskräftig

20.10.2003


Das ArchiSig-Konsortium unter der Leitung von Pergis Systemhaus GmbH, Ludwigshafen, hat Verfahren für die elektronische Langzeitsignatur von Dokumenten entwickelt und realisiert. Das unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Sichere Telekooperation, Darmstadt, entwickelte Konzept wurde in der produktiven Anwendungsumgebung des Universitätsklinikums Heidelberg implementiert und validiert. Damit kann die langzeitsichere und beweiskräftige elektronische Patientenakte realisiert werden.


Nach demselben Verfahren können auch beliebige andere Dokumente in öffentlichen Institutionen und in der Wirtschaft langfristig sicher signiert und archiviert werden. So ist der Weg für den Übergang zum vollständig elektronischen Rechts- und Geschäftsverkehr frei.

Bisher ging man davon aus, dass elektronische Signaturen aufgrund diverser Änderungs- und Alterungsprozesse kaum länger als fünf Jahre beweisfest bleiben. Mit dem hier vorgelegten Verfahren ist absehbar, dass die Langzeitsignatur dreißig Jahre und länger beweiskräftig sein wird. Es ist geplant, die Ergebnisse des ArchiSig-Forschungsprojektes für den freien Markt zugänglich zu machen und auf internationaler Ebene zu standardisieren.


"Das Land Niedersachsen wird die Ergebnisse des ArchiSig-Projektes dafür nutzen, eine landesweit sichere Basiskomponente für alle elektronischen Dienstleistungen der Landesverwaltung und der Justiz zu schaffen", berichtet Wolfgang Farnbacher vom Informatikzentrum Niedersachsen. Die elektronische Signatur wird für das niedersächsische Haushaltswirtschaftssystem bereits auf ca. 15000 Arbeitsplätzen eingesetzt.

Kern des ArchiSig-Verfahrens für die Langzeitsignatur ist eine automatisierte Archivzeitstempelung, die bei drohendem Verfall elektronischer Signaturen in Dokumentarchiven rechtzeitig dafür sorgt, dass Signaturen erneuert werden. Die Gültigkeitsprüfung erfolgt mit Hilfe einer speziellen Verifikationssoftware, die die Sicherheitseignung der in Signaturen verwendeten Algorithmen feststellt und die korrekte Signaturerneuerung überprüfen kann. Bei der Signaturerneuerung wurde auf Gesetzeskonformität, hohe Wirtschaftlichkeit und performante Umsetzung geachtet. Selbst für sehr große Dokumentarchive werden hierfür nur einige wenige Zeitstempel benötigt. Für deren Erneuerung ist der Zugriff auf die archivierten Dokumente nur in Ausnahmenfällen notwendig.

Um die Praxistauglichkeit zu demonstrieren, erfolgte die Realisierung in der IT-Infrastruktur des Universitätsklinikums Heidelberg unter Einsatz folgender Systeme: Die im klinischen Arbeitsplatzsystem IS-H*MED der T-Systems Austria, Wien, erzeugten Dokumente werden mit Hilfe von Sicherheitsbibliotheken der Secude GmbH, Darmstadt, signiert. Diese werden im eCONserver von IXOS, München, langfristig sicher gespeichert und bei Bedarf automatisch signaturerneuert. Die Zeitstempel für die Signaturen und die Signaturerneuerung werden vom akkreditierten Zertifizierungsdiensteanbieter Datev eG, Nürnberg, geliefert.

Unter Leitung der Forschungsgruppe provet der Universität Kassel fand im Oktober 2003 als Teil des ArchiSig-Projektes eine Simulationsstudie statt, in der die Rechtsgültigkeit der verwendeten Verfahren von Richtern, Rechtsanwälten und Sachverständigen in fiktiven Gerichtsprozessen überprüft wurde. Es konnte damit erstmalig gezeigt werden, daß die Langzeitarchivierung elektronisch signierter Dokumente gesetzeskonform, wirtschaftlich und performant umgesetzt werden kann.

Das Verbundprojekt "ArchiSig" (www.archisig.de) wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit im Rahmen des Vorhabens "VERNET - Sichere und verlässliche Transaktionen in offenen Kommunikationsnetzen" gefördert. Im Dezember 2003 wird das Projekt planmäßig beendet. Konsortialpartner dieses Projektes sind: Universität Kassel; Universitätsklinikum Heidelberg; Fraunhofer-Institut für Sichere Telekooperation SIT, Darmstadt; Niedersächsische Staatskanzlei, Hannover; SECUDE Sicherheitstechnologie Informationssysteme GmbH, Darmstadt; IXOS Software AG, München; PERGIS Systemhaus GmbH, Ludwigshafen; DATEV eG, Nürnberg; Informatikzentrum Niedersachsen, Hannover; T-Systems Austria GesmbH, Wien; Fachhochschule Mannheim.

Kontakt:

Prof. Dr. P. Schmücker
Fachhochschule Mannheim, Konsortialführer.
Tel.: 0621 - 292-6206 - Mobil: 0160 - 9677 2262
p.schmuecker@fh-mannheim.de

Dr. Ulrich Pordesch
Fraunhofer-Institut für Sichere Telekooperation SIT
Rheinstr. 75 - 64295 Darmstadt
Fon 06151 - 869 706 - Fax 06151 869 704
ulrich.pordesch@sit.fraunhofer.de

Wolf-Rüdiger Hansen | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles
http://www.archisig.de
http://www.sit.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft
27.04.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie