Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Beschattungs-Formel

03.07.2008
Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie, wusste schon der große Immanuel Kant.

An der Hochschule Niederrhein in Krefeld traten jetzt der Informatik-Student Jonathan Koch und Prof. Dr. Christoph Dalitz in seine Fußstapfen, als sie eine theoretische Berechnungsformel für die Beschattung von Fenstern aufstellten.

Diese Formel wird das Kempener Unternehmen Building Management Systems nutzen, um je nach Sonneneinfall automatisch Jalousien und Innenbeleuchtung zu steuern, wobei mit einem großen Bankhaus in Düsseldorf bereits ein konkretes Projekt zum Einsatz der neuen Formel ansteht.

Die Beschattung von Gebäuden ist eine Wissenschaft für sich, weiß Firmenchef Frank Lenders, der mit fünf Mitarbeitern rund 400 Gebäude pro Jahr automatisiert. Nachbargebäude oder Mauerwinkel sorgen für eine "Fremdverschattung", die die Messung der Sonneneinstrahlung verfälscht und eine optimale Lichtsteuerung verhindert. Statt hunderte von Messsensoren anzubringen, wünschte sich der Unternehmer eine einfachere und preiswertere Lösung: eine Beschattungsformel, mit der die Lichtsteuerung berechnet werden kann. Den Weg zur Hochschule Niederrhein und zu den Experten wies ihm Karl-Heinz Pohl. Der ist Technologieberater im Technologiezentrum Niederrhein, in dem auch Lenders' Firma residiert.

... mehr zu:
»Beschattung »Formel »Mathematik

Und natürlich gibt es auch vor deren Fenster Jalousien, die automatisch gesteuert werden. Dabei wird der Lamellenwinkel per Computer so eingestellt, dass der Lichtstrahl optimal gebrochen und das Licht als angenehm empfunden wird. Selbst die Farbe von Räumen kann die Beschattung verändern, weiß Frank Lenders, aber so kompliziert musste die Formel nicht sein, die Koch und Dalitz zu entwickeln hatten. Als Parameter eingehen sollten aber die geographische Lage, die Ausrichtung des Gebäudes, der Sonnenstand und die Tageszeit. Da der Professor und sein 24jähriger Student beide eine Schwäche für Mathematik haben, waren sie von der Themenstellung sofort fasziniert. Denn sie bot Gelegenheit, ein praktisches Problem mit rein theoretischen Mitteln zu lösen. Mathematik kann also auch hohen Anwendungsbezug haben.

Innerhalb von zwei Monaten haben die beiden einen Algorithmus entwickelt, dessen Korrektheit bewiesen ist. Die Studie mit ihren Ergebnissen überreichten sie jetzt dem Firmenchef. Mit seiner Beschattungsformel kann Frank Lenders jetzt nicht nur unkompliziert Berechnungen durchführen, sondern die automatische Beschattung kann auch für Otto Normalverbraucher erschwinglicher werden. Gerade in diesen hochsommerlichen Tagen für viele ein schlagendes Argument.

Kontakt: Prof. Dr. Christoph Dalitz, Tel. 02151-822-4629, Email christoph.dalitz@hs-niederrhein.de

Rudolf Haupt | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de/

Weitere Berichte zu: Beschattung Formel Mathematik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Plattformübergreifende Symbiose von intelligenten Objekten im »Internet of Things« (IoT)
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

nachricht Von Fußgängern und Fahrzeugen: Uni Ulm und DLR sammeln gemeinsam Daten für das automatisierte Fahren
09.12.2016 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie