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Wer WIND sät, wird kaum Sturm ernten

08.07.2002

Der Frühsommer ist eine Zeit radikaler Wetterereignisse. Juni und Juli sind die niederschlagsreichsten Monate in Deutschland und die Gewitter am heftigsten. Prognosen der Versicherungswirtschaft zeigen, dass es in Zeiten der Klimaveränderung noch dramatischer wird. Kein Wunder, wenn sich Gebäudebesitzer, Landwirte, Gärtner oder Bergsteiger einen schnellen, aktuellen und verlässlichen Informationsdienst wünschen, um rechtzeitig Maßnahmen gegen Hagelschlag und Sturzflut zu ergreifen. Ein solches System wurde vom Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST entwickelt: WIND - Weather Information on Demand heißt das informationslogistische Programm. Seit Mai dieses Jahres bieten es die Versicherungskammer Bayern, meteomedia Deutschland GmbH »Jörg Kachelmann« und das ISST testweise 3 000 Premium-Versicherungskunden an. »Das besondere an WIND ist die feine Granularität und hohe Qualität der Wetterdaten«, betont ISST-Projektleiter Ulrich Meissen. »Schließlich braucht der Kunde Unwetterwarnungen, die ihn tatsächlich betreffen - also nicht etwa solche aus dem Nachbarlandkreis.« Die Benutzeroberfläche von WIND erlaubt es nicht nur, Wetterereignisse wie Sturm, Nebel oder Frost, sondern auch den Ort auszuwählen. Ebenso lassen sich Ausgabemedien wie Fax, E-Mail, Pager, Telefon oder Handy auf die individuellen Bedürfnisse des Nutzers abstimmen. Mit einer geographischen Ortung per SMS passt das System seine Unwettermeldungen auf dessen jeweiligen Aufenthaltsort an.

Ganz klar - hinter all dem muss eine komplexe Information Logistic Engine stecken. Meissen erklärt kurz, was eine solche Software kann: »Aus dem vom Kunden eingegebenen Profil erstellt das Programm einen elektronischen Auftrag. Den Inhalt verwaltet die Komponente Content Broker. Der Locator ist für die Ortsbestimmung zuständig und der Timer für die Zustellzeit. Klingelt es in allen Komponenten, so bereitet der Presentation Producer die Wetterdaten auf und überträgt sie auf das gewünschte oder erreichbare Endgerät.« Es muss wohl kaum betont werden, dass das modulare System offen ist: Jederzeit kann WIND um Ausgabegeräte wie UMTS-Handies erweitert werden. Die Verteilung funktioniert also. Doch woher kommen die Daten, die der Infodienst verarbeitet? Meteomedia liefert zwei Arten von Wetterinformationen: automatisch berechnete Prognosen und aktuelle meteorologische Beobachtungen von Wetterstationen. Eine erste statistische Auswertung über die Verlässlichkeit und Akzeptanz des kostenpflichtigen Dienstes steht nun unmittelbar bevor.

Dipl.-Wirt.-Ing. Ulrich Meissen | Mediendienst

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