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Medico: Computer sollen intelligent suchen

16.05.2008
Forscher von Siemens Corporate Technology entwickeln mit Kollegen von Healthcare eine völlig neue Suchtechnik für medizinische Daten.
Wie die neueste Ausgabe des Forschungsmagazins Pictures of the Future berichtet, werden in der Bildersuchmaschine Medico alle verfügbaren Informationen aus vorherigen bildbasierten Untersuchungen des Patienten aber auch aus ähnlichen Krankheitsbildern anderer Patienten - inklusive der zugehörigen radiologischen Befunde - intelligent zusammengeführt. Damit soll der Arzt effektiv auf alle relevanten Informationen Zugriff bekommen.

Medico wird erstmals medizinisches Wissen mit neuen Methoden der Bilderverarbeitung, wissensbasierter Informationsverarbeitung und maschinellem Lernen verknüpfen. Damit sollen Computer in Zukunft nicht nur „schwarz oder weiß“, sondern auch feine „Informations“-Nuancen erkennen können. Schon Ende 2009 ist der erste Prototypentestlauf dieser intelligenten Datenbank am Universitätsklinikum Erlangen geplant.

Medico soll anatomische Strukturen wie Knochen, Gefäße oder Organe sowie deren krankhafte Veränderungen erkennen. Die Daten werden dann automatisch katalogisiert und mit Vergleichsbildern und Behandlungsberichten aus mehreren Datenbanken verknüpft. Die Siemens Experten konzentrieren sich zunächst auf 3D Volumendatensätze der Computertomographie, um in einem abgesteckten Bereich die bisherige Semantiklücke zwischen unstrukturierten Bilddaten und dem Fachvokabular von Medizinern zu schließen. Mit Semantik ist eigentlich die Wortbedeutungslehre gemeint, in diesem Zusammenhang ist aber das Verstehen von Bildinhalten durch ein Computerprogramm gemeint.

Medico ist eines von sechs Anwendungsszenarien unter dem Dach von Theseus, ein Forschungsprogramm des Bundesforschungsministeriums, dessen Kern die intelligente Suchmaschine oder das sogenannte Web 3.0 ist. Ziel ist es, aus der Sammlung von unstrukturierten Daten eine allgemeine Ausdrucksweise zu entwickeln, die für Ordnung und Hierarchie sorgt. Das Theseus Programm arbeitet mit 30 Forschungspartnern an der Entwicklung einer semantischen Plattform, die Informationen inhaltsorientiert verarbeitet. (RN 2008.05.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens ResearchNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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