Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Xenakis oder: Mit Steinen und dem Zufall komponieren

26.02.2008
Mit dem Projekt "Combining Tangible Interaction with Probability-Based Musical Composition" holen sich Studierende des Augsburger Elitestudiengangs "Software Engineering" auf der TEI 08 den Preis für die innovativste Idee.

Durch das Legen von Steinen auf einer Glasplatte zufallsgestützt zu komponieren und ein audio-visuelles Erlebnis zu gestalten: das ist das Prinzip von "Xenakis", einem Exponat, für das Studierende des Augsburger Elitestudiengangs "Software Engineering" auf der internationalen Tagung "Tangible Embedded Interaction (TEI) 2008" Ende voriger Woche mit dem Preis für die innovativste Idee ausgezeichnet wurden.

Alle Teilnehmer der TEI 08 hatten Gelegenheit darüber abzustimmen, welche der auf der Tagung präsentierten Ideen in ihren Augen die innovativste ist. Die meisten Stimmen und den Preis - ein von der Firma Percussa gestiftetes Paar Audio Cubes - erhielt das Studententeam aus Augsburg.

"Wir freuen uns über diese Anerkennung um so mehr, als auf diesem Gebiet in der Regel die US-Amerikaner die Nase vorn haben", meint Prof. Dr. Elisabeth André, an deren Lehrstuhl für Multimedia-Konzepte und ihre Anwendungen Bettina Conradi und ihre Kommilitonen Philipp Pötzl, Kai Linde, Max Meier, Peter Lachenmaier und Markus Bischof das Projekt "Xenakis - Combining Tangible Interaction with Probability-Based Musical Composition" entwickelt haben. Die Idee zu diesem Projekt entstand bereits im Frühjahr 2007 während eines Softskill-Seminars am Chiemsee. Im darauf folgenden Sommersemester wurde der Gedanke dann in die Praxis umgesetzt.

... mehr zu:
»TEI »Xenakis

Auf der TEI 08, die vom 18. bis zum 20. Februar 2008 in Bonn stattfand, diskutierten mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt neueste Entwicklungen im Bereich der Mensch-Maschine-Interaktion, die darauf abzielen, digitale Informationen in Alltagsgegenstände einzubetten, um dem Benutzer die Mensch-Technik-Interaktion so vertraut wie möglich erscheinen zu lassen. Denn einerseits gehört die Nutzung von Computern und informationstechnischen Geräten heute zum Alltag, andererseits stellt die Bedienung solcher Systeme den Benutzer aber oft vor erhebliche Probleme. Die TEI ist eines der wichtigsten Foren für Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen, deren Ziel es ist, Konzepte für eine einfachere Bedienung von Computern zu entwickeln. Interfaces der Zukunft sollen ohne konventionelle grafische Oberfläche auskommen, sie sollen digitale Information durch direkte Manipulation physikalischer Objekte (be-)greifbar und dem Benutzer nach Möglichkeit auch noch Spaß machen. In erster Linie geht es dabei darum, Daten und Informationen durch Objekte zu repräsentieren bzw. sie in (Alltags-)Gegenstände "einzubetten", so dass irgendwann vielleicht einmal z. B. ein Mantel seinen Besitzer, wenn dieser ein Restaurant verlässt, daran erinnern wird, dass er mitgenommen werden möchte.

Der Stein macht die Musik

Mit "Xenakis" hat des sechsköpfige Team aus dem Elitestudiengang "Software Engineering" eine "Kompositionsmaschine" entwickelt, mit der der Benutzer nicht über eine konventionelle grafische Oberfläche, sondern durch das Legen von Steinen auf einer Glasplatte interagiert. Die Position der Steine wird über eine unter dieser Platte installierte Kamera erkannt und in Musik- und Lichteffekte transformiert. Dabei kann der Benutzer die Effekte nur bis zu einem gewissen Grad über die relative Lage der Steine zueinander kontrollieren. Die Entfernung der Steine, die mit Notenhöhen, Notenlängen oder Instrumenten korrespondieren, bestimmt, welche Noten als nächstes von welchem Instrument gespielt werden. Den Rest besorgt der Zufall.

Inspiriert wurde dieses Projekt vom Werk des Komponisten Iannis Xenakis, der eine völlig neuartige Form von Musik geschaffen hat: die "stochastische Musik", die sich - nur durch den Zufall getrieben - dynamisch vor ihren Hörern entfaltet. Nicht nur Spaß beim Komponieren abwechslungsreicher und einzigartiger Musik ist garantiert, sondern auch ein anregendes Klang- und Visualisierungserlebnis. Die intuitive Bedienung regt zum spontanen Mitmachen an, selbst Benutzer, die nie ein Musikinstrument gespielt haben, können ohne jegliche Einführung gemeinschaftlich zur Gestaltung des audio-visuellen Erlebnisses beitragen.

Ansprechpartnerin:

Prof. Dr. Elisabeth André
Lehrstuhl für Multimediakonzepte und ihre Anwendungen
Universität Augsburg
D-86135 Augsburg
Telefon ++49(0)821/598-2340
elisabeth.andre@informatik.uni-augsburg.de
http://mm-werkstatt.informatik.uni-augsburg.de/news.php?typ=home

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.xenakis.3-n.de/Index.html
http://tei-conf.org/
http://www.uni-augsburg.de/elite/se/

Weitere Berichte zu: TEI Xenakis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Brain-Computer-Interface: Wenn der Computer uns intuitiv versteht
18.01.2017 | Technische Universität Berlin

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ein neuer Index zur Diagnose einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Cockpit für Kühlgeräte

20.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Der Hausschwamm als Chemiker

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie