Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vorbeugung vor Datenverlusten

11.02.2008
Deutsche und schweizerische Hochschulen entwickeln gemeinsam eLearning-Module zur digitalen Langzeitarchivierung

Im Fachbereich Informationswissenschaften ist im Rahmen eines eTutorials zur digitalen Langzeitarchivierung das Modul "Formate und Datenträger" entwickelt worden. Unter der Leitung von Dr. Karin Schwarz haben Studierende der Studiengänge Archival Studies/Archiv und Information Studies/Information und Dokumentation im Wintersemester 2007/ 2008 Texte, Übungen und Tests erstellt, die für die eLearning-Methode am Fachbereich eingesetzt werden können.

Das Modul "Formate und Datenträger" ist nach dem Motto "von Studierenden für Studierende" konzipiert. Es orientiert sich an häufig gestellten Fragen der Studierenden: Was sind Formate? Wie sind Dateien aufgebaut? Welche Formate und Datenträger gibt es und welche eignen sich für die Archivierung? Welche Verfahren eignen sich bei der Aufbereitung veralteter Formate? Außerdem werden Formate zum Austausch von elektronischen Dokumenten, wie sie gerade im Zusammenhang mit eGovernment benötigt werden, vorgestellt.

Jede Lektion besteht aus einer 90minütigen Lerneinheit mit einem Textteil zur Wissensvermittlung, einer Übung zur Wissensvertiefung und einem anschließenden Test zur Wissensüberprüfung. Das eTutorial nutzt hierfür moodle als Lernplattform.

Formate und Datenträger haben bei der dauerhaften Erhaltung digitaler Daten eine hohe Bedeutung: Durch ständige Weiterentwicklungen lassen sich ältere Dokumente nicht mehr lesen. Gerade herstellerabhängige Formate führen mit heutigen Softwareumgebungen nur zu Datenmüll. Nur wenige Formate und Datenträger sind für die dauerhafte Archivierung geeignet, um dem Anspruch gerecht zu werden, dass auch digitale Dokumente, Bilder, Filme und Tonaufnahmen von kommenden Generationen gelesen werden können.

Das eTutorial "Digitale Langzeitarchivierung" wird bisher in Zusammenarbeit mit der FH Köln, der HWTK Leipzig und der HTW Chur aufgebaut. Jede Hochschule trägt mit ebenfalls von Studierenden erarbeiteten Modulen zum eTutorial bei. Nach dem Baukastensystem können so ganze Kurse oder Kurseinheiten für das eLearning an den Hochschulen genutzt werden. Das Modell geht auf die Idee Potsdamer Studierender des Fachbereichs Informationswissenschaften zurück.

Am 25. und 26. Januar trafen sich die Modulproduzenten aus Chur, Köln, Leipzig und Potsdam zu einem Workshop an der FH Potsdam und stellten ihre Arbeitsergebnisse vor. Ab Mitte April sind für die beitragenden Hochschulen neben dem Potsdamer Beitrag auch Module zur Einführung in die Langzeitarchivierung digitaler Objekte, zur digitalen Langzeitarchivierung von CAD-Daten und GIS-Daten sowie Module für das Referenzmodell OAIS in der digitalen Langzeitarchivierung nutzbar. Sie werden im kommenden Semester gegenseitig evaluiert. Hiernach werden die Module öffentlich zugänglich sein und können für die Lehre eingesetzt werden. Die HU Berlin stellt hierfür ihre Lernplattform moodle zur Verfügung und betreut sie.

Das Kompetenznetzwerk nestor, eine in Deutschland allgemein anerkannte Kompetenzplattform für die digitale Langzeitarchivierung, betreut das Vorhaben federführend. In einem Memorandum of Understanding haben sich insgesamt acht Hochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auf eine gegenseitige Zusammenarbeit in der Lehre verständigt.

In Zukunft sollen weitere Module an der FH Potsdam entstehen und so zu dem Kooperationsvorhaben beitragen. Die Studierenden lernen bei der Erstellung der Module nicht nur die Inhalte des bearbeiteten Themas, sondern auch die nutzergerechte Vermittlung von Informationen.

Ansprechpartnerin für weitergehende Informationen ist Dr. Karin Schwarz vom Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam (Tel: 0331 580-1528, eMail: schwarz@fh-potsdam.de).

Medieninformationen und Veranstaltungshinweise der FH Potsdam können Sie
auch im Internet abrufen: http://www.fh-potsdam.de/aktuelles.html

Birgit Lißke | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-potsdam.de/aktuelles.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sicheres Bezahlen ohne Datenspur
17.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise