Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine neue Generation künstlicher Sehsysteme - Frankfurter Forschungszentrum für Neurotechnologie am Start

25.01.2008
Ein voll funktionsfähiges künstliches Sehsystem zu entwickeln, ist das Ziel eines neuen Bernstein-Zentrums an der Goethe-Universität, das kürzlich von einem internationalen Gutachtergremium zur Finanzierung empfohlen wurde.

Künstliche Sehsysteme können bislang nur eng begrenzte Aufgaben lösen, da es sehr aufwändig ist, die Vielfalt der Welt in Computer-Programmen abzubilden. Diese Hürde wollen die Forscher überwinden, indem sie erstmalig Sehsysteme entwickeln, die autonom lernen und sich aus grundlegenden Funktionselementen selbst strukturieren.

Das neue Forschungszentrum für Neurotechnologie soll vom Bundesforschungsministerium im Rahmen seines Bernstein-Programms mit mehreren Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren gefördert werden. Ziel der Neurotechnologie ist es, die Prinzipien der Informationsverarbeitung im Gehirn besser zu verstehen und sie für die Entwicklung neuer Technologien nutzbar zu machen.

"Die Neurotechnologie steht weltweit an einem Wendepunkt," erklärt Prof. Christoph von der Malsburg. "Wir untersuchen, wie sich Hirnareale zu einem funktionellen Ganzen koordinieren, anstatt nur Einzelfunktionen zu betrachten." Zunehmend stellt sich das Gebiet der Herausforderung, viele Kompetenzen, wie das Abschätzen von Entfernungen und Bewegungen bis hin zum Erkennen und Verfolgen von Objekten zu koppeln. Diese Koordination soll mit Hilfe allgemeiner neurobiologischer Organisationsprinzipien erreicht werden. "Vorbild ist hier die Entwicklung von Kleinkindern, die durch autonomes Erkunden ihrer visuellen Umwelt Sehen lernen," erläutert Prof. Jochen Triesch, der das Projekt mit von der Malsburg koordiniert. Beide sind Senior Fellows des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS). Von der Malsburg wirkte bis vor kurzem an der University of Southern California und der Ruhr-Universität Bochum, Triesch kommt von der University of California, San Diego.

... mehr zu:
»Neurotechnologie »Sehsystem

"Auf uns warten enorme Anwendungspotenziale, zum Beispiel für intelligente Sicherheitssysteme und die Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen bis hin zu autonom fahrenden Fahrzeugen," stellt Prof. Rudolf Mester fest, Leiter des Labors für visuelle Sensorik an der Goethe-Universität Frankfurt. An dem Bernstein-Zentrum sind außer dem FIAS und der Goethe-Universität noch das Honda Research Institute Offenbach, das Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Forscher aus Darmstadt und Heidelberg sowie mehrere Industriefirmen beteiligt. Ein hochkarätiger wissenschaftlicher Beirat garantiert internationale Vernetzung. So soll im Rahmen der breiter angelegten 'Frankfurt Vision Initiative' ein international sichtbarer neuer Forschungsschwerpunkt geschaffen werden.

Informationen: Prof. Christoph von der Malsburg, Frankfurt Institute for Advanced Studies, Campus Riedberg,

Tel. (069) 798-47621, malsburg@fias.uni-frankfurt.de

Prof. Jochen Triesch, Frankfurt Institute for Advanced Studies, Campus Riedberg, Tel (069) 798-47531, triesch@fias.uni-frankfurt.de

Stephan M. Hübner | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-frankfurt.de

Weitere Berichte zu: Neurotechnologie Sehsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Computer mit Köpfchen
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Pepper, der neue Kollege im Altenheim
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie