Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Künstliche Intelligenz spielt Pac-Man

24.01.2008
Lern-Konzept für KI-Agenten allgemein anwendbar

Einen sogenannten KI-Agenten (künstliche Intelligenz), der erfolgreicher als menschliche Spieler die Videospiel-Variante "Ms. Pac-Man" bestreiten kann, haben Forscher an der Fakultät für Informatik der Eötvös Loránd Universität entwickelt. Dabei handelt es sich um den besten KI-Agent aus einer größeren Testgruppe. Das Team von András Lörincz, Head Senior Researcher der Neural Information Processing Group, und István Szita hat dabei hochentwickelte Konzepte zu Ms. Pac-Man vorgegeben und den Agenten auf dieser Basis lernen lassen.

Die ungarischen Forscher hatten verschiedene KI-Agenten getestet, die sich durch sogenanntes "Reinforcement Learning" selbst verbessern konnten. Die KI kann für ihre Züge verschiedene situationsabhängige Regeln wählen, um über etliche Spiele eine einfache Strategie zu entwicklen. "Wenn der KI-Agent im Spiel viele Punkte macht, werden die Regeln der Strategie 'belohnt' und werden öfter verwendet. Auf diese Art lernt der Agent graduell ein gutes Regel-Set zu wählen", erklärt István Szita im pressetext-Interview. Der stärkste Agent lernte nach der "Cross Entropy Method" (CEM) und konnte aus einem Pool vordefinierter Bewegungsregel-Module schöpfen, um sein optimiertes Regel-Set zu entwickeln. Er erzielte bessere Spiel-Ergebnisse als menschliche Vergleichsspieler. Das bedeute zwar nicht, dass der Computer cleverer sei als der Mensch, so Lörincz. Der deutliche bessere KI-Algorithmus sei aber ein echter Fortschritt.

Spiele gelten als allgemein gutes Umfeld, um die Lernfähigkeit künstlicher Intelligenzen zu testen. Dabei hat sich die Forschung von Klassikern wie speziell Schach aber eher abgewendet. "Es gibt sehr effiziente Computer-Algorithmen, um abstrakte, deterministische Spiele zu lösen", erklärt Szita. Spiele mit Zufallselementen wie Pac-Man sind für künstliche Intelligenzen eine deutlich größere Herausforderung. Die Forscher sehen ihren Erfolg darin, einen Algorithmus für Pac-Man entwickelt zu haben, der mit Hilfe der guten, vorgegebenen Regel-Module auch wirklich eine gute Strategie entwickeln konnte. Ähnliche Erfolge habe das Team bereits bei Tetris verbucht, nun werde an noch komplexeren Spielen wie Rollenspielen oder Titeln mit Echtzeitstrategie gearbeitet, wie Szita angibt.

... mehr zu:
»Intelligenz »KI-Agent »Pac-Man

Das Lern-Konzept für KI-Agenten ist aber nicht nur für Spiele interessant. "Wir denken, dass der Zugang für praktisch jedes 'Problem sequentieller Entscheidungen' genutzt werden kann, also Probleme, bei denen ein Agent wiederholt Entscheidungen treffen muss, die langfristige Auswirkungen haben können", beschreibt Szita. Als Beispiele außerhalb des Spielebereichs nennt er Fahrzeug- oder Robotersteuerung sowie den Handel auf Aktienmärkten. Allerdings wäre es sehr wichtig, dass die Programmierer dem KI-Agenten auch wirklich gute Module zur Verfügung stellen. "Für Pac-Man war das leicht, aber für den Handel auf dem Aktienmarkt könnte das eine sehr schwere Aufgabe sein", meint Szita.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.inf.elte.hu/en
http://nipg.info

Weitere Berichte zu: Intelligenz KI-Agent Pac-Man

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schnelle Time-to-Market durch standardisierte Datacenter-Container
28.03.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Modellfabrik Industrie 4.0: Forschungs- und Trainingsplattform für Wissenschaft und Wirtschaft
28.03.2017 | Hochschule Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit