Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Würzburger Informatiker arbeiten am Internet der Zukunft

23.05.2002


Bundesforschungsministerium und Siemens geben 500.000 Euro


Die Struktur des zukünftigen Internet wird auch am Institut für Informatik der Uni Würzburg mitbestimmt: Am Lehrstuhl von Professor Dr. Phuoc Tran-Gia arbeiten zurzeit drei wissenschaftliche Mitarbeiter sowie studentische Hilfskräfte an der Entwicklung neuer Konzepte für so genannte Paket-vermittelte Kommunikationsnetze. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Siemens AG fördern das Projekt mit jeweils 250.000 Euro.


Die Würzburger Arbeiten sind unter dem Dach eines 19-Millionen-Euro-Großprojekts angesiedelt, das jeweils zur Hälfte vom BMBF und von Siemens finanziert wird. Die Leitung liegt beim Bereich "Information and Communication Networks" (ICN) der Siemens AG. Insgesamt arbeiten rund 50 Wissenschaftler von Siemens und sieben deutschen Forschungsinstituten über drei Jahre hinweg an neuen Steuerungsmechanismen und deren technischer Umsetzung für das zukünftige Internet.


Die heutige Netz-Infrastruktur bietet im Wesentlichen die Möglichkeit, weltweit Internet-Seiten zu erreichen: Der Internet-Benutzer veranlasst seinen Rechner per Mausklick, Daten in kleine Pakete zu verpacken. Die Päckchen werden dann vom Arbeitsplatzrechner über mehrere Zwischenrechner (Router) zur Empfangsstation weitergereicht.

Diese bloße Erreichbarkeit alleine sei aber für ein universelles Datennetz nicht ausreichend, so der Würzburger Projektmitarbeiter Michael Menth. Schließlich werde die Übertragungskapazität eines Routers unter vielen Datenströmen aufgeteilt, die über diesen Netzknoten fließen. Beispiel: Wenn man mit der heutigen Technik zu ungünstigen Zeiten über das Internet telefonieren möchte, werden die Daten beim Transport so lange durch das Zwischenspeichern in den Routern verzögert, dass sie zu spät beim Empfänger ankommen oder wegen der Überlastung des Netzes sogar teilweise verloren gehen. Ein reibungsloses Telefonat wie im traditionellen Telefonnetz ist in der Regel nicht möglich.

Menth: "Will man multimediale, interaktive Echtzeitanwendungen wie zum Beispiel Videokonferenzen oder Telemedizin nutzen, dann braucht man eine bessere Infrastruktur." Diese müsste auf allen Teilstrecken vom Sender bis zum Empfänger über ausreichend Übertragungskapazität verfügen, aber das Netz auch aktiv vor Überlastung schützen.

Schnellere Zugangsnetze wie ISDN (Integrated Services Digital Network) oder DSL (Digital Subscriber Line) lösen als Zubringer zur digitalen Datenautobahn das Problem nur teilweise, weil sie keinen Stau im Kernnetz verhindern können. Der heutigen Datenautobahn fehlen laut Menth intelligente Verkehrsleitsysteme, die Staus vermeiden und einen schnellen Transport von kritischen Daten garantieren.

An solchen Systemen wird am Lehrstuhl von Prof. Tran-Gia getüftelt. Die Forschung strahlt in Form von Seminaren, Praktika, Studien- und Diplomarbeiten, die in diesem Kontext betreut werden, auch in die Lehre aus. Allerdings werden wohl noch einige Jahre ins Land ziehen, bis die Konzepte als Produkte verwirklicht sind und sich in den Netzknoten wiederfinden. Dann aber, so ist sich Menth sicher, werden die neuen multimedialen und interaktiven Kommunikationsmöglichkeiten dem Internet zu einem Mehrwert für seine Benutzer verhelfen.

Hinweis für Redaktionen/Journalisten: Weitere Informationen erhalten Sie bei Michael Menth, T (0931) 888-6644, Fax (0931) 888-6632, E-Mail:
menth@informatik.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: BMBF Netzknoten Router Übertragungskapazität

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Roboter-Navigation über die Cloud
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Neuer Kaba Zylinder mit Service-Funktion: Zeitlich begrenzter Zutritt für Servicepersonal
07.12.2017 | dormakaba Deutschland GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik