Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Antiviren-Tests sollen transparenter werden

12.11.2008
Industrieorganisation veröffentlicht Standards für zeitgemäße Tests

Die Anti-Malware Testing Standards Organization (AMTSO) hat Richtlinien veröffentlicht, durch die erstmals breiter anerkannte Standards für Tests von Sicherheitssoftware festgelegt werden. Sie sind das Ergebnis der Zusammenarbeit von großen AV-Herstellern und Testlaboren im Rahmen der Organisation und wurden unter Beteiligung von über 40 Fachleuten aus der ganzen Welt entwickelt.

"Seriöse Testlabors haben auch bisher nach sehr ähnlichen Standards gearbeitet", betont Peter Stelzhammer, Sicherheitsexperte beim AMTSO-Mitglied AV-Comparatives, gegenüber pressetext. Mithilfe der Richtlinien soll endlich und gerade für Anwender transparenter werden, welche Tests wirklich sinnvoll die Qualität von Produkten bewerten und ob sie für den jeweiligen Nutzer auch relevant sind.

Hintergrund für die Formierung der AMTSO waren insbesondere Proteste der AV-Hersteller gegen nicht mehr zeitgemäße Testmethoden (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080205004). Nun wurden neben Richtlinien für die fundamentalen Prinzipien von Tests auch "Best Practices für Dynamic Testing" veröffentlicht. Damit werden insbesondere solche Testmethoden angesprochen, die auch den verhaltensbasierten Umgang mit webbasierter Malware sinnvoll bewerten können. Solche Tests sind sehr aufwändig, da moderne Schädlinge ohne Internet-Verbindung gar nicht ihre volle Wirkung entfalten. "Wir verwenden eine Truman-Box. Das ist ein virtuelles Internet, das alle Komponenten des realen Internets simuliert", erklärt Stelzhammer. Alternativ dazu sind auch Testmethoden möglich, bei denen mit einer echten Internetverbindung gearbeitet wird, was entsprechend hohe Sicherheitsvorkehrungen erfordert.

"Sehr wichtig ist die Nachvollziehbarkeit der Tests", sagt Stelzhammer. Mit dieser Überzeugung ist er nicht allein, denn die AMTSO-Richtlinien fordern eine ausreichende Transparenz der Testmethoden bei veröffentlichten Tests. Ferner müsse die Methodologie dem Testzweck entsprechen und beispielsweise die Art von Produkt testen, das für die Zielgruppe relevant ist, so die AMTSO. Auch diese Ansicht teilt der AV-Comparatives-Experte. "Ein Endanwender-Magazin sollte Tests von Home-User-Produkten und nicht von Unternehmenslösungen enthalten", meint Stelzhammer zu pressetext. Weitere Richtlinien der AMTSO umfassen eine ausreichend große Sample-Zahl für Tests, eine sorgfältige Prüfung, ob Testdateien korrekt als gefährlich oder harmlos eingestuft wurden, sowie ein Vermeiden zu breit gefasster Schlüsse, die nicht ausreichend von den Daten unterstützt werden.

Die Umsetzung der AMTSO-Richtlinien durch Tester und Publikationen erfolgt freiwillig. Langfristig will die Organisation öffentliches Feedback zum Grad der Einhaltung der Standards liefern und helfen, die Qualität veröffentlichter Produkttests einzuschätzen. Da an der AMTSO sowohl Testlabors wie AV-Comparatives, viele bekannte AV-Hersteller und auch nicht primär mit der AV-Industrie identifizierte IT-Unternehmen wie IBM und Microsoft vertreten sind, besteht für User die Hoffnung, dass die AMTSO-Standards in der Industrie breit unterstützt werden. Dadurch würden Tests letztendlich für Nutzer transparenter und aufschlussreicher und somit zu einer besseren Entscheidungshilfe beim Produktkauf.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.amtso.org
http://www.av-comparatives.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern
23.06.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften