Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sprachalltag im nördlichen Baden-Württemberg

14.01.2010
Neues sprach- und kulturwissenschaftliches Forschungsprojekt am Ludwig-Uhland-Institut

Am Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft hat im November 2009 das Projekt "Sprachalltag in Nord-Baden-Württemberg" unter der Leitung der Professoren Hubert Klausmann und Bernhard Tschofen begonnen.

Ziel des Forschungsvorhabens ist zum einen die Erfassung lokaler Mundarten für die Dialektforschung, um damit die einzige Lücke in der sprachgeografischen Dokumentation des süddeutschen Raumes zu schließen. Zum anderen untersucht es den Dialektgebrauch in gegenwärtigen Alltagssituationen. Das Projekt verbindet dabei sprach- und kulturwissenschaftliche Ansätze.

Getragen wird das Projekt "Sprachalltag in Nord-Baden-Württemberg" vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und der Eberhard Karls Universität Tübingen mit Unterstützung des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und des Fördervereins Schwäbischer Dialekt e.V.

Das Schließen der geografischen Lücke in der Dialektforschung ist ein dringliches Vorhaben, das aus methodischen Gründen zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr vorgenommen werden kann. Alle bisher erschienenen Atlanten des süddeutschen Sprachraums haben mit einem Fragebuch gearbeitet, das sich vor allem auf die bäuerliche Lebenswelt bezieht. Für die wissenschaftliche Arbeit muss das Datenmaterial vergleichbar sein. Daher sollten die Erhebungen für den Norden Baden-Württembergs mit dem traditionellen Fragebuch durchgeführt werden, solange noch genügend Menschen mit dieser Lebensweise vertraut sind.

Ein wesentliches Ziel des Projekts ist die Aufarbeitung der Daten in einem populärwissenschaftlichen Sprachatlas, mit dem die Ergebnisse auch der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Durch den Einsatz neuer Medien werden Ausschnitte aus den Erhebungen bereits als 'work in progress' online verfügbar sein.

In einer ersten Phase werden etwa 90 Ortschaften zwischen Ulm und Wertheim sowie zwischen Lauchheim und Mannheim untersucht. Dabei wird zur Datenerhebung in allen Ortschaften ein Katalog von 1500 Fragen durchgearbeitet, der lautliche, lexikalische und grammatikalische Besonderheiten der lokalen Mundart erfasst. In der zweiten Phase kommt in weiteren Ortschaften ein verkürzter Katalog zum Einsatz, der lediglich diejenigen Fragen enthält, bei denen sich in der ersten Befragung Unterschiede ergeben haben. Nach drei Jahren soll die zweite Phase abgeschlossen sein.

Der sprachliche Alltag in Baden-Württemberg spiegelt sich in der Erfassung der lokalen Mundarten jedoch nur unzureichend wider, da diese Dialekte in ihrer "reinen" Form heute nur noch von der älteren Generation gesprochen werden. Parallel zur sprachgeographischen Erhebung untersucht das Projekt daher zudem Reichweite und Funktion der Alltagssprache. Dabei sind auch die Einstellungen zu lokalen und regionalen Formen aus der subjektiven Sicht der Sprechenden interessant. Ein weiterer Aspekt der Untersuchungen gilt der Akzeptanz regionaler Varianten im Schriftdeutschen. In diesem Kontext arbeitet das Projekt auch mit Schulen zusammen.

Die sprach- und kulturwissenschaftlichen Dissertationsprojekte der wissenschaftlichen Mitarbeiter Rudolf Bühler, Rebekka Bürkle und Nina Kim Leonhardt werden zudem unter anderem Vertiefungen zum Sprachwandel und Generationenvergleich, zu kultureller Zugehörigkeit und räumlicher Orientierung enthalten.

Kontakt:

Prof. Dr. Hubert Klausmann, Prof. Dr. Bernhard Tschofen
Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft
Burgsteige 11 (Schloss)
72070 Tübingen
Tel.: (07071) 29-74886/29-72374
Fax: (07071) 29-5330
E-Mail: http://sprachalltag[at]uni-tuebingen.de
http://www.sprachalltag.de (verfügbar ab Februar 2010)
EBERHARD KARLS UNIVERSITÄT TÜBINGEN
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit · Michael Seifert
Wilhelmstr. 5 · 72074 Tübingen
Tel.: 0 70 71 · 29 · 7 67 89 · Fax: 0 70 71 · 29 · 5566
E-Mail: presse1@verwaltung.uni-tuebingen.de

Michael Seifert | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de

Weitere Berichte zu: Dialekt Dialektforschung Fragebuch Mundart Sprachalltag

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher untersuchen Pflanzenkohle als Basis für umweltfreundlichen Langzeitdünger

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

„Antilopen-Parfüm“ hält Fliegen von Kühen fern

20.10.2017 | Agrar- Forstwissenschaften

Aus der Moosfabrik

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie