Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rostocker Zentrum veröffentlicht geschätzte Geburtenrate für 2008: Keine verminderte Geburtenneigung in 2008 gegenüber 2007

16.04.2009
Wissenschaftler des Rostocker Zentrums haben eine erste Schätzung für die zusammengefasste Geburtenziffer des Jahres 2008 im Geburtenmonitor veröffentlicht.

Die geschätzten Werte lassen einen Jahreswert von 1,366 für 2008 erwarten. Die zusammengefasste Geburtenziffer liegt damit fast auf dem Niveau des Jahres 2007. Diese zeitnahe Berechnung der Geburtenrate ist erstmalig auf der Basis von im Geburtenmonitor veröffentlichten monatlichen Schätzzahlen möglich.

Im Jahr 2007 ist die zusammengefasste Geburtenziffer (engl. total fertility rate, TFR) zum ersten Mal seit 2004 wieder angestiegen: Sie wuchs um 2,93 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,368. Auf Grundlage der vom Statistischen Bundesamt bereitgestellten vorläufigen absoluten Geburtenzahlen und einer geschätzten Altersstruktur der Frauen für 2008 haben Wissenschaftler des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels nun erstmalig zeitnah eine Schätzung für das zurückliegende Jahr 2008 durchgeführt.

"Mit einer geschätzten Geburtenrate von 1,366 für 2008 hat sich die Geburtenrate in unseren Berechnungen zum Vorjahr nur um 0,15 Prozent vermindert. Dies spricht dafür, dass für Deutschland eine stabile Geburtenrate des Jahres 2008 auf dem Niveau von 2007 zu erwarten ist" folgert Gabriele Doblhammer, Direktorin des Rostocker Zentrums und Professorin für Empirische Sozialforschung an der Universität Rostock. Ein endgültiger Wert der zusammengefassten Geburtenziffer, der geringfügig von diesem geschätzten Wert abweichen kann, ist nach der Korrektur der Geburtenzahlen durch das Statistische Bundesamt und der Berücksichtigung der endgültigen Altersstruktur der Frauen von 2008 im September 2009 zu erwarten.

Im Gegensatz zu den absoluten Geburtenzahlen erlaubt die zusammengefasste Geburtenziffer Rückschlüsse auf eine Änderung des Geburtenverhaltens, da erst hier die Entwicklung der Frauenpopulation Beachtung findet: Die Zahl der Mütter ist seit Jahren rückläufig, somit kann eine Geburtenrate auch bei geringeren absoluten Geburtenzahlen gleich bleiben.

Für die zeitnahe Jahresberechnung der Geburtenziffer dient der im Januar 2009 initiierte Geburtenmonitor des Rostocker Zentrums als Grundlage. Der Geburtenmonitor ist im Informationsportal Zentrum für Demografischen Wandel zdwa.de zu finden. Im Geburtenmonitor werden erstmalig die monatlichen Geburtenraten für Gesamtdeutschland, für die neuen und alten Bundesländer separat sowie für die einzelnen Bundesländer als Schätzwerte veröffentlicht. Die neuste monatliche Geburtenzahl für Gesamtdeutschland liegt für Dezember 2008 vor und beträgt 1,29.

Die frühzeitige Berechnung der Geburtenraten lässt schneller und genauer Wechselwirkungen des Geburtenverhaltens mit ökonomischen Prozessen oder familienpolitischen Maßnahmen zu. Jedoch gilt generell, dass politische und wirtschaftliche Einzelphänomene die Fertilitätsentwicklungen nie vollständig erklären können. Aktuell steht die Frage im Raum, ob sich die derzeitige Wirtschaftskrise auf die Geburtenzahlen auswirken wird: Da Geburten einer langfristigen individuellen Planung unterliegen und die Daten nur zeitverzögert ermittelt werden können, sind erste geschätzte Daten zu möglichen Auswirkungen auf die Geburtenrate im Juni 2009 zu erwarten.

Die monatlichen zusammengefassten Geburtenziffern des Jahres 2009 werden im Informationsportal des Rostocker Zentrums zdwa.de verfügbar sein. Eine aktuelle, virtuelle Pressemappe gibt Auskunft über die Hintergründe der bereits geschätzten zusammengefassten Geburtenziffern.

js

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Gabriele Doblhammer
Direktorin des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels
Konrad-Zuse-Straße 1
18057 Rostock
E-Mail: doblhammer@rostockerzentrum.de
Juliane Steinberg
Outreach
Wissenschaftliche Redakteurin
Konrad-Zuse-Straße 1
18057 Rostock
Tel.: 0381 - 2081 - 268
E-Mail: steinberg@rostockerzentrum.de
Kristín G. von Kistowski
Leiterin Outreach
Berliner Büro des Rostocker Zentrums
Schumannstraße 2
11077 Berlin
E-Mail: kistowski@rostockerzentrum.de

Dr. Insa Cassens | idw
Weitere Informationen:
http://www.zdwa.de
http://www.rostockerzentrum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik