Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Menschen zu Hause altern lassen

05.04.2011
Das Kuratorium Deutsche Altershilfe fordert, den Kommunen zu ermöglichen, Quartierskonzepte umzusetzen. So können Menschen auch bei Pflegebedarf in ihrer vertrauten Umgebung bleiben.

Die Kommunen sollten stärker dafür sorgen, dass Menschen in ihrer gewohnten Umgebung altern können. Das fordert das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA).

In vielen Quartieren – also Dörfern, Nachbarschaften oder Stadtvierteln – fehlen die Voraussetzungen für einen langen Verbleib in der gewohnten Umgebung: Beispielsweise gibt es großen Handlungsbedarf für eine alternsgerechte Infrastruktur oder Wohnmöglichkeiten und soziale Angebote für Menschen jeden Alters. So müssen sich viele Ältere oftmals für die stationäre Pflege entscheiden. Quartierskonzepte beschäftigen sich damit, älteren Menschen auch bei Pflegebedarf zu ermöglichen, in ihrem Haus oder ihrer Wohnung zu bleiben.

„Die Kommunen haben unmittelbar Einfluss darauf, ob Quartierskonzepte umgesetzt werden oder nicht. Dass sie sich für einen langen Verbleib der Menschen zu Hause einsetzen, ist wichtig – schließlich erhöht das die Lebensqualität der Betroffenen enorm“, sagt Dr. Peter Michell-Auli, KDA-Geschäftsführer. „Oftmals fehlt den Kommunen aber das Geld, um die notwendigen Maßnahmen kleinräumig umzusetzen“, sagt Michell-Auli. „Hier ist die Politik gefordert.

Sie muss mutig überlegen, wie die Kommunen bei der Umsetzung von Quartierskonzepten unterstützt werden können.“ Die Politik sollte dafür sorgen, dass Ziele für bessere Lebensbedingungen in den Quartieren auch für Ältere festgelegt und Umsetzungsrichtlinien festgeschrieben werden. Außerdem sollte sie sicherstellen, dass den Kommunen die finanziellen Mittel hierfür zur Verfügung stehen. Das KDA schlägt vor, unter anderem zu erwägen, Maßnahmen zur Quartiersgestaltung über SGB V und SGB XI zu finanzieren.

Das KDA hat ein Papier mit konkreten Umsetzungsvorschlägen entwickelt, die Kommunen ermöglichen würde, ältere Menschen stärker in die Gesellschaft zu integrieren und sie lange in ihrer gewohnten Umgebung leben zu lassen. Neben dem Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur und der Bereitstellung bedarfsgerechter Wohnangebote für jedes Alter zählt zu den Vorschlägen unter anderem auch eine wohnortnahe Beratung in den Quartieren anzubieten.

Die Umsetzung von Quartierskonzepten kann sich auch finanziell rentieren: „Werden in Zukunft nicht mehr Wohnungen und das Wohnumfeld auf den Bedarf ODER die Bedürfnisse von älteren Menschen zugeschnitten, müssen deutlich mehr stationäre Versorgungsangebote zur Verfügung gestellt werden, was ökonomisch kaum zu bewältigen wäre und an den Wünschen und Bedürfnissen der meisten Menschen vorbeiginge. Nur ein Maßnahmenpaket aus rechtlichen und förderpolitischen Regelungen, optimalen Beratungsleistungen und bautechnischen Anpassungen garantieren, dass eine flächendeckende Verbreitung alternsgerechter Wohnmöglichkeiten in den Quartieren“, erklärt Ursula Kremer-Preiß, Leiterin des Bereichs Wohnen und Quartier beim KDA. Durch einen längeren Verbleib zu Hause könnte viel Geld in der stationären Pflege gespart werden.

Das Papier wird unter dem Titel „Ziele, Verantwortlichkeiten und politischer Handlungsbedarf für die Quartiersentwicklung“ in Kürze unter www.kda.de als Download kostenlos verfügbar sein.

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe

Das KDA setzt sich seit 1962 für die Lebensqualität und Selbstbestimmung älterer Menschen ein. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten führen unabhängige Experten Projekte und Studien durch. Das KDA berät Ministerien, Kommunen, Unternehmen, Sozialverbände, Leistungserbringer wie Heimträger und ambulante Dienste, bietet Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Führungs- und Fachkräfte an und informiert die Öffentlichkeit mit seinem Fachmagazin ProAlter sowie durch Tagungen und Publikationen.

Kontakt
Simone Helck
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0221/ 93 18 47 - 10
Mail: presse@kda.de

Dr. Peter Michell-Auli | idw
Weitere Informationen:
http://www.kda.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Deutschland altert unterschiedlich
22.05.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der schärfste Laserstrahl der Welt

Physikalisch-Technische Bundesanstalt entwickelt einen Laser mit nur 10 mHz Linienbreite

So nah an den idealen Laser kam bisher noch keiner: In der Theorie hat ein Laser zwar genau eine einzige Farbe (Frequenz bzw. Wellenlänge). In Wirklichkeit...

Im Focus: Wellen schlagen

Computerwissenschaftler verwenden die Theorie von Wellenpaketen, um realistische und detaillierte Simulationen von Wasserwellen in Echtzeit zu erstellen. Ihre Ergebnisse werden auf der diesjährigen SIGGRAPH Konferenz vorgestellt.

Denkt man an einen See, einen Fluss oder an das Meer, so sieht man vor sich, wie sich das Wasser kräuselt, wie Wellen gegen die Felsen schlagen, wie Bugwellen...

Im Focus: Making Waves

Computer scientists use wave packet theory to develop realistic, detailed water wave simulations in real time. Their results will be presented at this year’s SIGGRAPH conference.

Think about the last time you were at a lake, river, or the ocean. Remember the ripples of the water, the waves crashing against the rocks, the wake following...

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Maßgeschneiderte Nanopartikel gegen Krebs gesucht

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wolken über der Wetterküche: Die Azoren im Fokus eines internationalen Forschungsteams

29.06.2017 | Geowissenschaften

Wellen schlagen

29.06.2017 | Informationstechnologie