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Herausragende Sprach- und Wahrnehmungsforschung

16.11.2012
Neues europäisches Netzwerk überschreitet Grenzen

Die Europäische Union investiert über vier Millionen Euro, um die Fähigkeit der Menschen zu erforschen, sprachliche in Bezug zu visuellen Informationen zu setzen. LanPercept, ein neues Marie-Curie-Netzwerk zur Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern, will Techniken entwickeln, um besser zu verstehen, wie typische und atypische Populationen unterschiedlichen Alters Wahrgenommenes in Bezug zu Sprache setzen. Die Universität Bielefeld kooperiert hierzu mit acht europäischen Universitäten sowie mit Partnern aus dem industriellen und privaten Sektor. Das auf vier Jahre angelegte Projekt umfasst elf Promotions- und vier Postdoc-Stellen und startet im Januar 2013.

Eine große Herausforderung in der heutigen europäischen Gesellschaft sind soziale Prozesse, in deren Verlauf Teile der Gesellschaft, beispielsweise behinderte oder alte Menschen, zu Randgruppen werden. Darauf reagierend, ist es das Ziel des Netzwerks, Verhaltens- und Gehirnmechanismen zu identifizieren, die beim Verknüpfen von visuellen Informationen und Sprache in alltäglichen Situationen beteiligt sind. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse sollen innovative Test- und Trainingswerkzeuge entwickelt werden, die dabei helfen, Wahrnehmung in Sprache umzusetzen. Diese können beispielsweise bei der klinischen Arbeit mit Personen, die an Demenz leiden oder bei Menschen mit autistischen Störungen zum Einsatz kommen.

LanPercept bringt Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen Psychologie, Neurowissenschaft und Linguistik zusammen, was von zentraler Bedeutung ist. Das Netzwerk zeichnet sich durch einen, nach wie vor seltenen, Zusammenschluss von Grundlagen- und klinischer Forschung aus und ist stark auf fortgeschrittene Verfahren zur Erforschung von Sprache und Wahrnehmung fokussiert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen zum einen, wie visuelle Objekte, Ereignisse und Handlungen das Sprachverstehen formen. Zum anderen untersuchen sie in Experimenten, wie Sprache die menschliche Aufmerksamkeit im visuellen Umfeld beeinflusst. Unter Berücksichtigung dieser beiden Richtungen wird erwartet, dass LanPercept Theorien entwickelt, die das komplizierte Zusammenspiel von visueller Wahrnehmung und Sprache beim Menschen erklären können.

Neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Bielefeld sind folgende Universitäten und Institutionen beteiligt: Technisch-Naturwissenschaftliche Universität Norwegens, Universität Aston (UK), Erasmus Universität Rotterdam (Niederlande), Universität des Saarlandes, Universität von East Anglia (UK), Universität Sevilla (Spanien), Süddänische Universität, Fundación Instituto Valenciano de Neurorrehabilitación (Spanien), Tobii Technology (Schweden), Acuity ETS Ltd. (UK), Brain Products GmbH (Deutschland), Elekta Oy (Finnland), Lingit AS (Norwegen), SensoMotoric Instruments GmbH (Deutschland).

Kontakt:
Juniorprofessorin Dr. Pia Knoeferle, Universität Bielefeld
Telefon: +49 521 106-12250
E-Mail: knoeferl@cit-ec.uni-bielefeld.de

Ingo Lohuis | idw
Weitere Informationen:
http://www.ntnu.edu/lanpercept
http://www.uni-bielefeld.de

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