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Bildungserfolg von Kindern hängt am Elternhaus

19.10.2012
Je höher Qualifikation der Eltern, desto eher motivieren sie ihre Kleinen

Forscher der University of Melbourne belegen, dass Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern keinen High-School-Abschluss machen. Dieser Abschluss entspricht einem Realschulabschluss. Während 90 Prozent der Kinder aus wohlhabenden, gebildeten Elternhäusern ihren Abschluss machen, sind es in den unteren Schichten nur vier von zehn Kindern.

"Die Einstellung der Eltern zu Bildung spielt die entscheidende Rolle", sagt der Studienleiter Cain Polidano von der Melbourne Institute of Applied Economic and Social Research.

Potenziale ausschöpfen

"Eltern mit geringerem Einkommen und geringer Bildung haben etwa nicht die Idee, dass ihr Kind die Universität beendet", sagt Polidano. Sie nehmen es den Kindern auch nicht übel, wenn diese die Schule abbrechen. "Es ist aber zu einfach zu sagen, dass die Eltern und die Schüler keine Lust auf Bildung haben", sagt Cornelia Gresch, Forscherin beim Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung http://wzb.eu , gegenüber pressetext.

Schüler aus den unteren Schichten können der Fachfrau nach genauso leistungsstark sein wie Kinder aus einem gebildeten Umfeld. Dennoch: Viele Kinder aus bildungsfernen Schichten wird der Zugang zum Gymnasium durch die Eltern verschlossen - selbst wenn sie eine Empfehlung für das Gymnasium bekommen haben. Andererseits schicken Eltern mit hoher Bildung ihre Kinder auch auf das Gymnasium, wenn diese gar nicht für die höhere Schuldbildung geeignet sind.

Begabungen gezielt fördern

Der Sozialwissenschaftler Volker Müller-Benedict http://www.zml.uni-flensburg.de unterscheidet zwischen primären und sekundären Effekten. Beide beeinflussen den letzlichen Bildungserfolg der Schüler. Primäre Effekte sind sowohl angeborene Begabungen als auch die familäre Sozialisation. Kinder lernen in den ersten Lebensjahren ausschließlich von der Familie. Der sekundäre Effekt sind die unterschiedlichen Schulmilieus.

Zwei Kinder, die gleich aufgewachsen sind und ähnliche Elternhäuser haben, können sich dennoch ganz unterschiedlich entwickeln, wenn etwa das eine auf der Hauptschule und das andere auf dem Gymnasium ist. Müller-Benedict plädiert für Ganztagsschulen. Wenn die Schüler dem familiären Einfluss entzogen sind, sind die Chancen gleichwertiger und der primäre Effekt relativiert sich.

Oranus Mahmoodi | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.unimelb.edu.au

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