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Migration als Herausforderung des 21. Jahrhunderts: RUB-Forscher untersuchen transnationale Organisationen

26.04.2007
Migration: Herausforderung des 21. Jahrhunderts
VolkswagenStiftung fördert Forschungsprojekt
RUB-Forscher untersuchen transnationale Migrantenorganisationen

Wie grenzüberschreitend Migrantenorganisationen - zum Beispiel die "Türkische Gemeinde in Deutschland" - wirken und welchen politischen Einfluss sie ausüben, erforschen Bochumer Wissenschaftler in einem neuen, internationalen Forschungsprojekt. Unter Federführung von Prof. Dr. Ludger Pries (Fakultät für Sozialwissenschaft der RUB) untersuchen fünf renommierte europäische Migrationsforscher in einer fachübergreifenden Studiengruppe die wichtigsten Migrantenorganisationen in vier europäischen Ländern in einer transnationalen Perspektive. Die VolkswagenStiftung fördert das Projekt mit 740.000 Euro; es startet im September 2007 und läuft drei Jahre.

Höchste Fördersumme für RUB-Projekt

Bereits seit dem Jahr 2004 finanziert die VolkswagenStiftung Studiengruppen zu "Migration und Integration". Jetzt hat die Stiftung vier neue Projekte mit einem Gesamtvolumen von über zwei Millionen Euro bewilligt, die sich thematisch mit "Struktur und Wandel von Sprachen" sowie den Beziehungen von "Migration und Organisation" beschäftigen. Das Projekt "Verbreitung und Kontextbedingungen transnationaler Migrantenorganisationen in Europa" unter Federführung der RUB erhält die höchste Fördersumme und ist das einzige neu bewilligte Projekt im Bereich "Migration und Organisation". Insgesamt hatten sich 23 Studiengruppen aus ganz Deutschland um eine Förderung beworben.

Engagement jenseits nationaler Grenzen

In über 50 Jahren Einwanderungsgeschichte sind in Deutschland zahlreiche so genannte Migrantenorganisationen entstanden, die als Interessenvertretung einzelner Zuwanderergruppen auftreten. Das zivilgesellschaftliche Engagement von Migranten ist längst von den europäischen Institutionen in seiner Bedeutung erkannt und zum Politikziel erhoben worden. Neuere Studien zeigen, dass sich die Beziehungen dieser Organisationen zu den jeweiligen Herkunftsländern intensivieren. Daher stellt sich die Frage, ob sich das Engagement und die politische Mitwirkung von Migranten noch in nationaler Betrachtung erfassen lassen - oder nicht doch eher in transnationaler Perspektive.

Charakteristika der Organisationen

Mit dieser Herangehensweise erforscht die interdisziplinäre und internationale Studiengruppe zahlreiche Fragen, zum Beispiel: Sind Migrantenorganisationen in Ankunfts- und Herkunftsländern gleichermaßen aktiv, und sind sie in ihren Strukturen und Anliegen von beiden Kulturen geprägt? Agieren diese Organisationen zunehmend in grenzüberschreitenden Formen und Netzwerken? Und: Tragen sie daher zu neuen Formen der transnationalen gesellschaftlichen Integration bei? Um diese Fragen zu beantworten, gehen die Forscher in zwei Schritten vor. Zunächst erfassen sie die Charakteristika der 20 bis 30 wichtigsten grenzüberschreitenden Migrantenorganisationen in Deutschland, Großbritannien, Polen und Spanien - anhand von einschlägiger Literatur und Internet-Dokumenten sowie über Telefoninterviews mit Vertretern der Organisationen. Für eine zweite Untersuchungsstufe wählen sie aus diesem Pool zwei vornehmlich religiös ausgerichtete und zwei politisch aktive Organisationen aus, die mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Idealtypus transnationaler Organisationen entsprechen. Für die dazu geplanten individualisierten Fallstudien sind Dokumentenanalysen und Experteninterviews vorgesehen.

Erwartete Ergebnisse

Aus ihren Ergebnissen wollen die Forscher Strategien entwickeln, um die Integration von Migranten zu fördern, ihre soziale und politische Partizipation zu stärken sowie Migrantenorganisationen als Akteure der europäischen Integration zu unterstützen. Dabei beschränkt das Projekt seinen Blick jedoch nicht auf die europäischen Aufnahmegesellschaften. Vielmehr erarbeiten die Wissenschaftler auch Vorschläge, wie der Beitrag von Migrantenorganisationen zur Demokratisierung und zur sozialen und ökonomischen Entwicklung in den Herkunftsländern durch nationale und EU-Politik verbessert werden kann.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Ludger Pries, Dr. Barbara Laubenthal, Lehrstuhl für Organisationssoziologie und Mitbestimmungsforschung, Fakultät für Sozialwissenschaft der RUB, Tel. 0234/32-25429, -22580, E-Mail: ludger.pries@rub.de, barbara.laubenthal@rub.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

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