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Beschäftigung 2050: Auf die Älteren kommt es an!

18.01.2007
Die Bevölkerung in Deutschland wird in den nächsten Jahrzehnten schrumpfen und altern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes befinden sich zurzeit etwa 50 Millionen Menschen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren. Doch das wird sich ändern: 2050 werden es - je nach Ausmaß der Zuwanderung - bis zu 30 Prozent weniger sein!

Sowohl auf das Beschäftigungssystem insgesamt als auch auf jeden einzelnen Betrieb kommen dadurch enorme Herausforderungen zu. Es gilt, die Beschäftigungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer/-innen - zum Beispiel durch rechtzeitige und passgenaue betriebliche Weiterbildung - zu erhalten.

Doch gerade kleine und mittlere Unternehmen sind bislang ungenügend vorbereitet und benötigen Unterstützung. Hier setzt ein europäisches Forschungsprojekt unter Beteiligung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und der Universität Erfurt an, das zwei Leitfäden für Betriebe, Bildungsträger und ältere Erwerbspersonen entwickelt hat.

Europaweite Erhebungen zeigen, dass gerade deutsche Unternehmen relativ wenige Beschäftigte (und dann zumeist Fach- und Führungskräfte) in die betriebliche Weiterbildung einbeziehen. Eine rechtzeitige, regelmäßige berufliche Weiterbildung kann aber den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer/-innen und ihren längeren Verbleib im Erwerbsleben entscheidend unterstützen und fördern.

In den durchgeführten Fallstudien in Thüringer Betrieben zeigte sich, dass in kleinen und mittleren Unternehmen bisher kaum systematische und mittelfristige, wohl aber auf die einzelne Person bezogene Maßnahmen praktiziert werden, die dazu beitragen, die Erwerbstätigkeit auch im höheren Lebensalter zu erhalten.

So wurde ein Leitfaden für Betriebe und ältere Beschäftigte entwickelt, der sich auf den Arbeitsplatz als zentrale Analyse- und Handlungsebene bezieht und sowohl die Tätigkeitsanforderungen als auch die Potenziale der Beschäftigten in den Blick nimmt. Da eine systematische alternsorientierte Personalentwicklung häufig die Möglichkeiten von kleinen und mittleren Unternehmen überschreitet, wurde zur Erprobung und Anwendung der im Projekt entwickelten Unterstützungsinstrumente und -strukturen eng mit externen "Qualifizierungsberatern" zusammengearbeitet.

Ein weiterer Leitfaden richtet sich speziell an Bildungsträger, bei denen Interesse an Qualifizierungsangeboten für ältere Beschäftigte identifiziert wurde. Er bietet Informationen über die Zielgruppe und Hilfestellungen zur Überprüfung der jeweiligen Leistungsangebote. Alle im Projekt entwickelten Instrumente wurden in Betrieben in der Untersuchungsregion Thüringen getestet.

Das Forschungsprojekt "Betriebliche Weiterbildung von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in KMU und Entwicklung von regionalen Supportstrukturen (AgeQual)" wurde durch das europäische Berufsbildungsprogramm LEONARDO DA VINCI gefördert. Neben dem BIBB und der Universität Erfurt waren Institutionen und Organisationen aus Belgien, Dänemark, Österreich und den Niederlanden beteiligt. Von einer rückläufigen demografischen Entwicklung sind die meisten europäischen Länder betroffen, in Deutschland jedoch sind die prognostizierten Auswirkungen mit am stärksten.

Inhaltliche Auskünfte erteilt:
Dick Moraal, Tel.: 0228 / 107-2602; Fax: 0228 / 107-2960; E-Mail: moraal@bibb.de

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts werden auch im Rahmen des Forums "Ausbildung/Qualifikation" auf der Bildungsmesse "didacta 2007" in Köln präsentiert: Donnerstag, 1. März 2007, 11.00 Uhr, Halle 10, Stand A 091.

Andreas Pieper | idw
Weitere Informationen:
http://www.bibb.de/de/19230.htm

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