Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Massenentlassungen gefährden Gesundheit der Nichtfreigesetzten

23.02.2004


"Gesundschrumpfung" verdoppelt kardiovaskuläres Risiko


Die "Gesundschrumpfung" von Unternehmen verdoppelt das Risiko von Herz- und Gefäßkrankheiten und hat ernsthafte gesundheitliche Auswirkungen auf jene Mitarbeiter, die nicht freigesetzt wurden. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des finnischen Finnish Institute of Occupational Health gekommen. Bei den 22.430 teilnehmenden Angestellten des öffentlichen Dienstes zeigte sich, dass nicht nur die Entlassenen unter gesundheitlichen Auswirkungen zu leiden haben. Am stärksten betroffen waren jene Teilnehmer, die mehr als 18 Prozent ihrer Kollegen verloren hatten. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie innerhalb der nächsten vier Jahre an einer kardiovaskulären Erkrankung starben, war fünf Mal so hoch als bei Unternehmen ohne Kündigungen. Im gesamten Verlauf der Studie waren sie doppelt so gefährdet an derartigen Erkrankungen zu sterben.

Das Team wertete Arbeitnehmerunterlagen und Sterbeakten aus den Jahren 1991 bis 2000 aus. Zwischen 1991 und 1993 verdreifachte sich die Arbeitslosigkeit in Finnland nahezu auf 16,6 Prozent. Der leitende Wissenschaftler Jussi Vahtera erklärte gegenüber NewScientist,´dass diese Form von Arbeitsstress ernst zu nehmen sei. Mehrarbeit, weniger Kontrolle über die Arbeit und verstärkte Unsicherheit hinsichtlich des eigenen Arbeitsplatzes hätten deutlich negative Auswirkungen. Mitarbeiter, die am stärksten betroffen waren, meldeten sich ebenfalls häufiger krank. Dieser Unterschied zeigte sich am deutlichsten bei Festangestellten. Das legt nahe, dass nur befristet Beschäftigte auch krank zur Arbeit gehen.


Herz- und Gefäßkrankheiten entwickeln sich über viele Jahre. Sie traten am häufigsten bei jenen Teilnehmern auf, die auch an derartigen Krankheiten starben. Laut Vahtera kann der von massiven Umstrukturierungen verursachte Stress einen Herzanfall oder einen Schlaganfall auslösen. Zusätzlich erhöht war dieses Risiko bei jenen, deren Lebenspartner kürzlich verstarben. Der Wissenschaftler geht davon aus, dass das reale kardiovaskuläre Risiko höher sei könnte als in der Studie nachgewiesen. Verantwortlich dafür sei der Umstand, dass die Weiterbeschäftigten durchschnittlich gesünder waren als jene die ihren Arbeitsplatz verloren. Frauen unter 62 Jahren, die über ein geringeres Risiko verfügen, übertrafen in der Studie die Männer nahezu mit drei zu eins. Die Studie wurde im British Medical Journal veröffentlicht.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.occuphealth.fi/Internet/English/default.htm
http://bmj.bmjjournals.com

Weitere Berichte zu: Gefäßkrankheit Massenentlassung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit

Antibiotikaresistenz zeigt sich durch Leuchten

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie