Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

2008 wurde in Deutschland soviel gearbeitet wie nie zuvor

19.02.2009
Das Arbeitsvolumen in Deutschland hat im Jahr 2008 einen Rekordstand erreicht, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Insgesamt wurden 57,75 Milliarden Arbeitsstunden geleistet, 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Sog des konjunkturellen Abschwungs wurden die Zuwächse immer kleiner, und im vierten Quartal war ein leichter Rückgang zu verzeichnen.

Die Beschäftigungslage war noch stabil, aber die Arbeitnehmer haben im vierten Quartal 2008 pro Kopf 1,1 Prozent weniger Stunden geleistet als im Vorjahr. Es wurden insbesondere bezahlte Überstunden und Guthaben auf Arbeitszeitkonten abgebaut sowie Kurzarbeit eingeführt.

Das Jahr 2008 hatte kalenderbedingt 2,6 Arbeitstage mehr als das Vorjahr, aber pro Tag wurde im Schnitt weniger gearbeitet (-1,1 Prozent). Mit der abflauenden Konjunktur sank das Volumen der bezahlten Überstunden von 1,43 auf 1,32 Milliarden Stunden. Dazu kommen unbezahlte Überstunden in ungefähr der gleichen Größenordnung.

Die angehäuften Guthaben auf den Arbeitszeitkonten der Beschäftigten mit flexiblen Arbeitszeitregelungen wurden merklich geringer. Die Zahl der Kurzarbeiter stieg im Jahresdurchschnitt von 68.000 auf rund 94.000 an, und es fiel dadurch beträchtlich mehr Arbeitszeit aus als früher. Der seit Jahren rückläufige Trend der Krankenstandsquote setzte sich nicht fort: Sie stieg von 3,2 auf 3,3 Prozent an.

Die tarifliche Wochenarbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten lag unverändert bei durchschnittlich 38,3 Stunden. Einzelne Verlängerungen und Verkürzungen hielten sich die Waage.

Die Teilzeitbeschäftigung nahm weiter zu (+1,7 Prozent), aber nicht mehr so stark wie bisher. Inzwischen arbeitet ein Drittel aller Beschäftigten in Teilzeit, davon die Hälfte in Mini-Jobs und in Ein-Euro-Jobs. Die Teilzeitquote ist im Jahr 2008 schwächer gestiegen als in den Vorjahren, weil die Vollzeit-Beschäftigung ebenfalls kräftig zugenommen hat (+1,5 Prozent).

Vom gesamtwirtschaftlichen Arbeitsvolumen leisteten die Vollzeitbeschäftigten im Jahr 2008 rund 39,8 Milliarden Stunden (69 Prozent), die Teilzeitbeschäftigten rund 7,7 Milliarden Stunden (13 Prozent) und die Selbständigen und Mithelfenden rund 9,2 Milliarden Stunden (16 Prozent). Etwa eine Milliarde Stunden (knapp 2 Prozent) entfielen auf die Nebenjobs, fast doppelt so viele wie vor zehn Jahren.

In den Jahren 2004 bis 2008 nahm das Arbeitsvolumen um 3,0 Prozent zu. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg um 3,7 Prozent an. Die Arbeitszeit wurde gleichzeitig im Schnitt um 0,7 Prozent kürzer.

In den Jahren 2000 bis 2003 ist das Arbeitsvolumen um 3,4 Prozent geschrumpft. Zwei Drittel dieser Abnahme ergaben sich aus kürzeren Arbeitszeiten, insbesondere aus der kräftig zunehmenden Teilzeitarbeit. Die Zahl der Erwerbstätigen ging in diesem Zeitraum um 1,1 Prozent zurück.

Zeitreihen zur Entwicklung der Arbeitszeit hat das IAB veröffentlicht.

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://doku.iab.de/grauepap/2009/tab-az.pdf
http://www.iab.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Deutschland altert unterschiedlich
22.05.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften