Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welt-Umweltbericht GEO 5: Kasseler Wissenschaftler warnen vor dauerhafter Wasserknappheit

06.06.2012
Kasseler Wissenschaftler warnen vor dauerhafter Wasserknappheit. Sie sind an der fünften Auflage des Welt-Umweltberichts „GEO 5“ beteiligt, der am Vorabend der Rio+20 Konferenz in Brasilien (20. bis 22. Juni) veröffentlicht wird.

Dr. Martina Flörke, eine der Autorinnen, leitet eine Forschungsgruppe zum Thema Wasserressourcen (Globale und Regionale Dynamiken/GRID) am CESR. Mit dem dort entwickelten, globalen Wassermodell WaterGAP wurden für den Umweltbericht Simulationen durchgeführt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Durch technischen Fortschritt und effizienten Umgang mit Wasser kann zwar die zukünftige globale Wassernutzung deutlich reduziert werden.

Die Anzahl der Menschen, die vermutlich von Wasserknappheit bedroht sein wird, kann dadurch nicht erheblich vermindert werden. Grund ist der Klimawandel, der einerseits durchaus regional zu einem Rückgang der Wassernutzung führt, andererseits erhöht sich aber der Wasserverbrauch für Bewässerung regional. Zudem wird in wachsenden Städten auch der Wasserbedarf steigen.

Der von den Vereinten Nationen (UNEP) herausgegebene Welt-Umweltbericht beschreibt den Handlungsbedarf für den globalen Schutz der Umwelt und stellt eine wichtige Grundlage für zukünftige Maßnahmen dar. Mehrere hundert Wissenschaftler haben an diesem Report gearbeitet und erstmalig 90 der bedeutendsten Umweltziele bewertet, darunter das Thema Wasser/Trinkwasser/Hygiene. Das Center for Environmental Systems Research (CESR) der Universität Kassel lieferte für das Kapitel „Szenarien und nachhaltige Transformation“ den Beitrag zum Thema „Entwicklung globaler Wasserressourcen bis 2050“.

Als mögliche politische Ansätze, um den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu gewährleisten und um Wasserknappheit (Wasserstress) in der Zukunft entgegenzuwirken, schlägt die Kasseler Arbeitsgruppe um Dr. Flörke vor:

· Investitionen in Forschung, Entwicklung und Ausbildung, insbesondere im Bereich der Steigerung von Bewässerungseffizienz;

· Regulation der Ausdehnung von bewässerten Flächen;

· Verwendung von Abwasser und entsalztem Meerwasser, um Trinkwasserressourcen zu schonen;

· Wiederverwendung von Wasser in der verarbeitenden Industrie;

· Investitionen in Geräte und Verfahren zur Wiederverwendung von Grauwasser (Abwasser aus inländischen Aktivitäten);

· Investitionen in Bildung, um das Bewusstsein für die Notwendigkeit, Wasser zu sparen, zu erhöhen und die Verbindung zwischen Trinkwasser und Gesundheit/Krankheit zu verdeutlichen;

· Investitionen in die Infrastruktur von Wasserver- und –entsorgung, um den Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen zu gewährleisten;

· Verringerung von Kühlwassernutzung zur Erzeugung von Strom und

· Entwicklung von Anpassungs-und Reduktionsmaßnahmen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu verringern.


Die ausführliche Presseinformation zu GEO 5 der UNEP können Sie herunterladen unter https://www.uni-kassel.de/uni/fileadmin/datas/uni/

presse/anhaenge/2012/UNEP-GEO5-Global_PR.pdf

Info
Dr. Martina Flörke
Universität Kassel
Center for Environmental Systems Research
Tel.: 0561/804-6120
E-Mail: floerke@usf.uni-kassel.de

Dr. Guido Rijkhoek | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der steile Aufstieg der Berner Alpen
24.03.2017 | Universität Bern

nachricht Internationales Team um Oldenburger Meeresforscher untersucht Meeresoberfläche
21.03.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise