Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stacheliger Urahn aller Insekten, Spinnen und Krebse entdeckt

24.02.2011
Berliner Forscher des Museums für Naturkunde und der Freien Universität unter Leitung der Humboldtstipendiatin Jianni Liu haben ein außergewöhnliches, 520 Millionen Jahre altes Fossil aus China im internationalen Journal „nature“ beschrieben.

Dieser Fund zeigt erstmals, aus welchen Vorfahren sich Insekten, Spinnen, Krebse und Tausendfüßer entwickelten. Damit kann endlich die Frage nach dem Ursprung der artenreichsten Tiergruppe der Erde, den Gliederfüßern, beantwortet werden.


Rekonstruktion von Diania cactiformis
Jianni Liu

Vor rund 540 Millionen Jahren erschienen fast alle Tierstämme schlagartig, was Wissenschaftler die „Kambrischen Explosion“ nennen. Damals wie heute stellen die Gliederfüßer (Arthropoda) die bedeutendste Tiergruppe der Erde dar. Die Herkunft dieser Großgruppe war immer eine ungeklärte Frage, aber nunmehr ist klar, dass der Ursprung in Tieren zu suchen ist, die Wissenschaftler nach den geringelten Beinen „Lobopodia“ nennen. Diese Lobopoden sahen aus wie Würmer mit Beinen. Die Autoren des „nature“-Artikels beschreiben ein außergewöhnliches, ca. 6 cm langes und 520 Millionen Jahre altes Fossil aus China, Diania cactiformis. Es ist der nächste Verwandte der Gliederfüßer. Seine Beine, welche erstmalig die typische Gliederung der Arthropodenbeine besitzen, machen es zu einem Meilenstein der Evolution, der den Erfolg der Insekten, Spinnen, Tausendfüßer und Krebse begründet.

Der wissenschaftliche Name des neuen Fossils ist von der kaktusähnlichen Erscheinung des stark bestachelten Körpers abgeleitet, die ihm in der internationalen Arbeitsgruppe den Spitznamen „walking cactus“ eintrug.

Seit Jahren kooperieren Wissenschaftler der Freien Universität Berlin mit chinesischen Kollegen. Das deutsch-chinesische Forscherteam unter der Leitung von Dr. Jianni Liu entdeckte das Fossil an der berühmten Chengjiang Fundstelle in Südwest-China. Das Projekt, das wesentlich durch die zoologische Expertise des Museums für Naturkunde bereichet worden ist, wurde durch die Stipendien der Alexander von Humboldt Stiftung und der „Chinese Science Foundation“ ermöglicht sowie durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert.

Veröffentlicht in: Liu, J., Steiner, M., Dunlop, J. A., Keupp, H., Shu, D., Ou, Q., Han, J., Zhang, Z., Zhang, X. 2011. An armoured Cambrian lobopodian from China with arthropod-like appendages. – Nature, February, 24, 2011. doi:10.1038/nature09704

Kontakt:
Dr. Gesine Steiner, Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49(0)30 2093 8917 Fax. +49(0)30 2093 8914, e-mail gesine.steiner@mfn-berlin.de

Dr. Gesine Steiner | idw
Weitere Informationen:
http://www.naturkundemuseum-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Satelliten erfassen Photosynthese mit hoher Auflösung
13.10.2017 | Max-Planck-Institut für Biogeochemie

nachricht Erforschung des grönländischen 79°-Nord-Gletschers
12.10.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz