Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Regen in der Sahara erlaubte Steinzeit-Migration

10.11.2009
Sand aus dem Atlantikboden weist auf Bäume in der Sahara

In der Sahara regnete es in der Steinzeit mehrmals für längere Perioden, was unseren Vorfahren erst die Auswanderung aus dem afrikanischen Kontinent erlaubt haben dürfte.

Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler vom Royal Netherlands Institute für Sea Research in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences. Sie konnten durch Analyse von Sandablagerungen erstmals beweisen, dass die größte Wüste der Welt früher von Pflanzen bewachsen war, die viel Wasser benötigten.

Die Forscher untersuchten Sedimente aus dem Meeresboden vor der Küste Guineas. "Die Sandablagerungen stammen aus den Verwehungen der Sahara und können Rückschluss auf Pflanzenvorkommen der vergangenen 192.000 Jahre in der Region liefern", erklärt Studienleiterin Isla Castañeda im pressetext-Interview. Aussagen über die Arten der Bepflanzung zu verschiedenen Zeiten ermöglichte eine Analyse des Kohlenwasserstoffes im Sand nach seinen Kohlenstoff-Isotopen. "Da man frühere Windverhältnisse rekonstruieren kann, gilt auch die Sahara als Ursprungsort als sicher", so die Forscherin.

Regenzeiten bisher nicht bekannt

Beinhaltet Saharastaub heute 40 Prozent Kohlenwasserstoffe, die aus Pflanzen stammen, die Wasser benötigen, so war dieser Anteil bereits in drei Epochen deutlich höher. 60 Prozent Kohlenwasserstoffe konnten die Forscher vor 120.000 und 110.000 Jahren, dann wieder vor 50.000 bis vor 45.000 Jahren und das letzte Mal vor 10.000 Jahren beobachten. "Während das letzte Ereignis gut dokumentiert ist, gibt es für die ersten beiden Perioden bisher kaum Hinweise. Doch nun ist sicher, dass die Sahara auch zu diesen Zeiten Bäume und Seen aufwies", erklärt Castañeda.

Damit ist die Erklärung gefunden, wie der steinzeitliche Homo Sapiens von seinen Ursprüngen südlich der Sahara in die Gebiete im Norden wandern konnte. Das deckt sich durchaus mit den Erkenntnissen der Archäologie. Denn die ersten Fossilien eines modernen Menschen außerhalb Afrikas stammen aus der Zeit vor 93.000 Jahren im heutigen Israel. Danach breitete sich der Mensch kaum weiter aus bis in die Zeit vor 50.000 Jahren, als im Zuge einer zweiten Regenperiode eine zweite Migrationswelle einsetzte.

Steinzeitlicher Klimawandel als Auslöser

Der Vegetationswandel geht auf eine Klimaänderung zurück. "Bisher wusste man von diesem Klimawandel, doch es fehlte ein durchgehendes Klimaarchiv für die Region, das nun in den Atlantiksedimenten gefunden wurde", so Castañeda. Die Sahara habe durchaus Potenzial, um eines Tages wieder grün zu werden. "Die Region ist jedoch äußerst sensibel für Klimaänderungen, deshalb kann man kaum Vorhersagen machen."

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nioz.nl

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Stagnation im tiefen Südpazifik erklärt natürliche CO2-Schwankungen
23.02.2018 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Birgt Mikroplastik zusätzliche Gefahren durch Besiedlung mit schädlichen Bakterien?
21.02.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics