Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Komet schuld an mysteriöser Katastrophe von 1908

25.06.2009
Umweltauswirkung der Space Shuttle gibt Aufschluss über Ursache

Ein Komet dürfte die Ursache der mysteriösen Explosion sein, die im Juni 1908 eine Waldfläche von über 2.000 Quadratkilometern im sibirischen Tunguska-Gebiet verwüstete. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Cornell University in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters.

Ihre Erklärung basiert auf den Nachtleuchtenden Wolken, die Augenzeugen sogar im weit entfernten Europa für mehrere Tage nach der Explosion beobachteten. Nicht ein Meteorit, sondern nur ein eiskalter Kometenkern habe die Atmosphäre mit derart großen Mengen an Wasserdampf versorgen können, dass sich am Tag nach dem Einschlag derartige Wolken bilden konnten. Den entscheidenden Hinweis für diese Erklärung bekamen die Forscher durch die Beobachtung der Atmosphäre nach dem Start von Raumfähren.

Nachtleuchtende Wolken entstehen in der Mesosphäre zwischen 80 und 120 Kilometern, was sie zu den höchsten Wolken der Erde macht. Bei Temperaturen um Minus 117 Grad Celsius bilden sie im Sommer über den Polarregionen Eispartikel. Nachtleuchtende Wolken konnten auch Tage nach den Starts der Space Shuttles in den Jahren 2007, 2003 und 1997 beobachtet werden. Das Prinzip sei hier dasselbe, schreiben die Forscher.

„Jeder Start der Raumfähre schleudert 300 Tonnen Wasserdampf in die Thermosphäre der Erde. Die Wasserpartikel wandern dabei in die Arktis- und Antarktis-Regionen der Erde, wo sie in die darunter liegende Mesosphäre absinken und dort nachtleuchtende Wolken bilden.“ Der Komet sei ungefähr in derselben Höhe erstmals zerbrochen, in der auch die Space Shuttle Wasserdampf nach dem Start freilässt.

Bisher war ungeklärt, wie der Wasserdampf des Kometen so weit an den Nordpol transportiert werden konnte, ohne vollständig aufgelöst zu werden. Die US-Forscher vermuten, dass der Wasserdampf des Kometen von Luftwirbeln mit enormer Energie aufgefangen wurde, was zu einer „zweidimensionalen Turbulenz“ geführt habe. Sobald der Dampf in diese Turbulenzen geraten sei, würde er sich mit Geschwindigkeiten jenseits 300 km/h bewegen. Eine Theorie, die das bisher fehlende Glied der Beweisführung sein könnte. „Es scheint daher sicher, dass es sich bei dem Einschlag 1908 um einen Kometen handelte“, so der Forschungsleiter Michael Kelley.

Einen Kometen hält auch die Wiener Astronomin Maria Firneis http://astro.univie.ac.at als wahrscheinlichste Ursache für das Tunguska-Ereignis. „Kometen sind lockerer gebunden, entwickeln eher Ionenschweife und befördern mehr Wasserdampf in die Atmosphäre als Meteoriten“, so die Forscherin im pressetext-Interview. Daneben gebe es jedoch weitere Hinweise, die nicht aus der Atmosphäre stammen.

„Man hat in der Region des Tunguska-Ereignisses noch immer keine Bruchstücke eines Himmelskörpers gefunden. Das lässt darauf schließen, dass vor dem Einschlag eine komplette Fragmentierung stattgefunden hat. Ein Meteoriten hätte einen deutlichen Krater hinterlassen. Von dem fehlt aber jede Spur.“

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cornell.edu

Weitere Berichte zu: Einschlag Komet Mesosphäre Meteoriten Shuttle Space Turbulenz Wasserdampf Wolke

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht AWI-Forscher messen Rekordkonzentration von Mikroplastik im arktischen Meereis
25.04.2018 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas
20.04.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

IFAT 2018: Phosphorgewinnung aus Klärschlamm und andere regionale Nutzungskonzepte für Biomassen

26.04.2018 | Messenachrichten

Der Mensch im Zentrum: wandlungsfähige Produktion in der Industrie 4.0

26.04.2018 | Informationstechnologie

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics