Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimawandel und Wasserbilanz in Hochgebirgsregionen

25.03.2014

Ein Projekt von Geographen und Klimaforschern aus Augsburg, München und Österreich im Rahmen des neuen "Virtuellen Alpenobservatoriums"

Die Erforschung des Zusammenhangs zwischen Klimawandel und Wasserbilanz in Hochgebirgsregionen ist der Auftrag eines dreiteiligen Projekts, dem sich Wissenschaftler der Universitäten Augsburg und München im Rahmen des "Virtuellen Alpenobservatoriums" (VAO) gemeinsam mit dem österreichischen Sonnblick-Observatorium widmen.

Konkret geht es um die Prognose wasserhaushaltlich bestimmender Faktoren, um die Simulation von Prozessen in der Schneedecke und um die Validierung schneehydrologischer Modelle.

Das Projekt "Klimawandel und Wasserbilanz in Hochgebirgsregionen", das an der Universität Augsburg von Prof. Dr. J. Jacobeit und Prof. Dr. K.-F. Wetzel, an der LMU von PD Dr. M. Bernhardt und Sonnblick-Observatorium von Dr. W. Schöner betreut wird, ist eines der zehn vom Münchner Umweltministerium mit drei Millionen Euro geförderten bayerischen Teilprojekte des am 6. März dieses Jahres offiziell gestarteten "Virtuellen Alpenobservatoriums".

Das VAO geht auf eine Initiative der "Umweltforschungsstation Schneefernerhaus" (UFS) zurück, es wird von der Bayerischen Forschungsallianz gemanagt und vernetzt Klimaforscher und -forschungseinrichtungen aller Alpenländer.

Prognose wasserhaushaltlich entscheidender Faktoren

"Unser VAO-Teilprojekt", so Professor Jacobeit, Inhaber des Augsburger Lehrstuhls für Physische Geographie und Quantitative Methoden, "umfasst drei aufeinander bezogene Arbeitspakete.

Wir entwickeln hier in Augsburg im Rahmen unserer Mitwirkung im UFS-Forschungskonsortium Zukunftsabschätzungen für wasserhaushaltlich wichtige Größen wie den Niederschlag, den Schneeanteil am Niederschlag und das Gletscherschmelzvolumen.

Diese kleinräumigen Abschätzungen – konzentriert auf das nordalpine Zugspitzgebiet und in Kooperation mit den österreichischen Partnern auf das zentralalpine Sonnblick-Gebiet – werden unter Verwendung großskaliger Prädiktoren der atmosphärischen Zirkulation sowie neuronaler Netzwerktechnologien abgeleitet."

Mittels Downscaling können die Forscher aus den Zusammenhängen zwischen atmosphärische Zirkulation (große Skala) und Hochgebirgshydrologie (kleine Skala) folgern, wie sich atmosphärischer Klimawandel auf den regionalen Wasserhaushalt auswirkt.

Klimawandelbedingte Prozesse in der Schneedecke

Das zweite, an der LMU München bearbeitete Projekt-Paket bedient sich bewährter Computermodelle, um die Prozesse in der Schneedecke - Akkumulation, Transport und Ablation - möglichst realitätsnah zu simulieren. Neben der Berechnung von Schneedecken- und Abflussvolumina für Zeiträume in der Gegenwart werden auch zukünftige Schneedeckenentwicklungen modelliert, um hydrologische Konsequenzen wie z. B. Änderungen der Speicherfunktion und der Schmelzwasserabflüsse abschätzen zu können.

Langfristiges Monitoring der Hochgebirgshydrologie in der Zugspitzregion 

Im dritten, wiederum in Augsburg am Wissenschaftszentrum Umwelt (WZU) angesiedelten Teilprojekt von "Klimawandel und Wasserbilanz in Hochgebirgsregionen" geht es schließlich darum, über hochauflösendes Laserscanning der Schnee- und Gletscherflächen, über kontinuierliche Abflussmessungen sowie über tracer- und isotopenhydrologische Analysen die schneehydrologischen Modelle zu validieren und eine langfristige Beobachtung, Erfassung und Quantifizierung der Hochgebirgshydrologie im Zugspitzgebiet aufzubauen.

Prädestiniertes Untersuchungsgebiet 

"Unser Untersuchungsgebiet eignet sich hervorragend für derartige Forschungen. Es ist hydrologisch abgeschlossen, mit zahlreichen Messeinrichtungen ausgestattet und ganzjährig zugänglich", so Jacobeit. Angesichts der überproportionalen Betroffenheit der Alpen vom langfristigen Klimawandel seien auch spürbare hydrologische Auswirkungen zu erwarten, die weite Bereiche wie die Wasserversorgung der Vorländer, die Energiesicherheit durch Wasserkraft, den Hochwasserschutz und auch den Tourismus beträfen. Jacobeit: "Wir sind zuversichtlich, im Verlauf und am Ende unseres Projekts fundierte Antworten auf zahlreiche wesentliche Fragen dieser komplexen Problematik geben zu können."

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Jucundus Jacobeit
Institut für Geographie
Universität Augsburg
86135 Augsburg

Telefon +49(0)821-598-2670
jucundus.jacobeit@geo.uni-augsburg.de
http://www.geo.uni-augsburg.de/lehrstuehle/phygeo/personal/jacobeit

 Zum VAO und zur UFS:

http://www.presse.uni-augsburg.de/unipressedienst/2014/jan-maerz/2014_033/
http://www.bayfor.org/pi-virtuelles-alpenobservatorium?gid=45&detail=841
http://www.schneefernerhaus.de

Weitere Informationen:

http://www.presse.uni-augsburg.de/de/unipressedienst/2014/jan-maerz/2014_040/

Klaus P. Prem | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Birgt Mikroplastik zusätzliche Gefahren durch Besiedlung mit schädlichen Bakterien?
21.02.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus
19.02.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von Hefe für Demenzerkrankungen lernen

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Sektorenkopplung: Die Energiesysteme wachsen zusammen

22.02.2018 | Seminare Workshops

Die Entschlüsselung der Struktur des Huntingtin Proteins

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics