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Bodenzustandserhebung Landwirtschaft angelaufen

31.03.2011
Deutschlandweites Projekt soll Zusammenhänge zwischen Bodenkohlenstoff und Klimawandel erhellen

Mit der Entnahme der ersten Bodenprobe auf einer Ackerfläche im Landkreis Peine haben im März 2011 die Geländearbeiten der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft begonnen. Mit diesem deutschlandweiten Projekt wollen Wissenschaftler des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI) feststellen, welche Rolle landwirtschaftlich genutzte Böden für den Klimaschutz spielen.

Ackerböden speichern große Mengen an organischem Kohlenstoff und stehen in komplizierten Wechselwirkungen mit dem Klima. Einerseits wirkt sich das Klima auf den Boden und seinen Humusgehalt aus, etwa wenn das anfallende organische Material aufgrund von Trockenheit und hohen Temperaturen nur unvollständig abgebaut wird. Andererseits beeinflusst er aktiv das Klimageschehen durch die Speicherung von Kohlenstoff aus der Luft oder die Emission von Treibhausgasen.

Welche Potenziale bieten agrarisch genutzte Böden, Kohlendioxid aus der Atmosphäre festzulegen? Welchen Einfluss hat die Landbewirtschaftung auf den Humusgehalt? Und die Kardinalfrage: Welche Kohlenstoffvorräte sind in den deutschen Äckern und Feldern überhaupt gespeichert? Flächendeckende Antworten gibt es bislang nicht. Hier setzt die Bodenzustandserhebung Landwirtschaft ein. Dr. Michaela Bach vom vTI-Institut für Agrarrelevante Klimaforschung leitet die Auswertung der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft: „Mit den Daten aus den Bodenanalysen wird es erstmals möglich, die in landwirtschaftlich genutzten Böden gespeicherten Kohlenstoffvorräte für Deutschland zu berechnen. Darüber hinaus können wir mit Hilfe der Ergebnisse prognostizieren, wie sich der erwartete Klimawandel auf die Bodenkohlenstoffvorräte auswirken wird.“

Die Bodenzustandserhebung Landwirtschaft sieht vor, in ganz Deutschland in einem systematischen Raster von 8 x 8 km Bodenproben auf landwirtschaftlichen Nutzflächen zu nehmen. Im projekteigenen Labor des vTI in Braunschweig werden diese Proben dann auf verschiedene bodenphysikalische und -chemische Eigenschaften untersucht. Nach aufwendiger Vorbereitungszeit geht das Projekt jetzt in die entscheidende Phase. Michaela Bach: „Bis Ende 2013 wollen wir die rund 3000 Standorte beprobt haben und dann in der Lage sein, konkrete Aussagen über die Kohlenstoffvorräte in den deutschen Ackerböden zu treffen“.

Neben der Wissenschaft profitieren auch die freiwillig an der Erhebung teilnehmenden Landwirte von dem Projekt, denn das vTI stellt ihnen die Analyseergebnisse ihrer Flächen kostenlos zur Verfügung. Die Bodenzustandserhebung Landwirtschaft wird im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) durchgeführt. Die Ergebnisse fließen auch in die Emissions-Berichterstattung ein, zu der sich Deutschland in der UN-Klimarahmenkonvention verpflichtet hat.

Dr. Michael Welling | vTI
Weitere Informationen:
http://www.bze-landwirtschaft.de

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