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Der schnellste Kontinent

18.10.2007
Indiens halbierte Lithosphärenwurzel
Vor 50 Millionen Jahren prallte der indische Subkontinent mit einer Geschwindigkeit von rund 20 Zentimetern pro Jahr auf den riesigen eurasischen Kontinent.

Mit dieser Geschwindigkeit ist Indien im plattentektonischen Wettbewerb der schnellste Kontinent, wie ein Team von Wissenschaftlern des GeoForschungsZentrums Potsdam (GFZ) und des indischen National Geophysical Research Institute in der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Nature“ vom 18.10.2007 berichtet. Die durch diese Kollision entstandene Knautschzone heisst heute Himalya, das mächtigste Gebirge der Erde. Auch das sich nördlich vom Himalaya anschließende, riesige Tibetanische Hochplateau ist Resultat dieses Zusammenstoßes bei hoher Geschwindigkeit.

Indien war bis vor ca. 140 Millionen Jahren Teil des Superkontinents Gondwanaland. Gondwana zerbrach, seine verschiedenen Teile drifteten mit verschiedenen Geschwindigkeiten auseinander und heißen heute Indien, Afrika, Australien, Antarktika und Südamerika.

Aber warum war Indien so viel schneller und bewegte sich weiter als die anderen Teile von Gondwanaland? Eine neue, am GFZ Potsdam entwickelte seismische Methode ermöglicht die Messung der Mächtigkeit der heutigen Lithosphärenplatten mit großer Genauigkeit. Dabei fiel auf, daß die Indische Platte nur etwa 100 Kilometer mächtig ist, während die anderen Restplatten von Gondwana eine doppelte Dicke von rund 200 Kilometern aufweisen. Die Ursache für das Aufbrechen von Gondwana wird in einer riesigen heißen Gesteinsblase gesehen, die von unten den Superkontinent aufheizte und zerbrechen ließ. Dieser Vulkan ließ die untere Hälfte des indischen Subkontinentes wegschmelzen, deshalb konnte Indien schneller und weiter verschoben werden.

Kontakt: Prof. Dr. Rainer Kind, GFZ Potsdam

e-mail: kind@gfz-potsdam.de

phone: ++49 (0)331 – 288 1240

Franz 0ssing | GeoForschungsZentrums Potsdam (G
Weitere Informationen:
http://www.gfz-potsdam.de

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