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Weitere 900.000 Euro für Merkur-Mission

17.08.2007
Das Bundesforschungsministerium hat weitere 900.000 Euro für die Beteiligung münsterscher Wissenschaftler an der europäischen Raumfahrtmission "BepiColombo" bewilligt.

Das Bundesforschungsministerium (BMBF) hat für die Beteiligung münsterscher Planetologen an der europäischen Raumfahrtmission "BepiColombo" weitere 900.000 Euro genehmigt. Sie bereiten das Experiment "MERTIS" vor, mit dem die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) die mineralogische Zusammensetzung der Merkur-Oberfläche kartiert will. Die Mission soll voraussichtlich im August 2013 zum Merkur starten.

Obwohl der Merkur, der innerste Planet unseres Sonnensystems, im Schnitt "nur" 150 Millionen Kilometer von der Erde entfernt und damit zehnmal näher als der Saturnmond Titan ist, wissen wir relativ wenig von ihm. Gemeinsam mit den Berliner Instituten "Optische Systeme" und "Planetenforschung" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird am Institut für Planetologie der WWU "MERTIS" entwickelt. Das Infrarot-Experiment nutzt die Tatsache, dass sich die Farben von Mineralen im infraroten Licht deutlich unterscheiden, im Gegensatz zum normalen sichtbaren Licht. Von den Farben lässt sich auf Art und Beschaffenheit der Minerale schließen. Das klingt einfach, doch ist deren Bestimmung abhängig von einigen Variablen wie Temperatur und Korngröße der Oberflächenmaterialien.

Auch wenn die optische Infrarot-Spektrometrie, auf der "MERTIS" beruht, ein gängiges Untersuchungsverfahren ist, muss es speziell an die Bedingungen im Weltraum und an die Aufgabenstellung angepasst werden, was derzeit am Institut mit dem Geld des BMBF geschieht. Denn der Orbiter wird in durchschnittlich 400 Kilometern Höhe den Merkur umkreisen, wobei das Ziel ist, dennoch eine Auflösung von 500 Metern am Boden zu erreichen. Das alles soll ein kubisches Kästchen mit 15 Zentimeter Kantenlänge und einem Gewicht von knapp drei Kilo leisten, in dem sich nicht nur die Optik, sondern auch die gesamte Elektronik einschließlich Rechner befinden.

Brigitte Nussbaum | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/Planetologie/

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