Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU fördert neues Projekt der Universität Essen zur Bewertung von Flüssen in Europa

04.03.2002


Die Abteilung Hydrobiologie im Fachbereich Bio- und Geowissenschaften, Landschaftsarchitektur der Universität Essen wird im Rahmen eines Forschungsprojektes von der Europäischen Union und von nationalen Institutionen - wie beispielsweise dem Bundesforschungsministerium - bereits zum wiederholten Mal gefördert. Die Abteilung hatte sich bei der EU durch ihre angesehenen Forschungsarbeiten zur Wasserqualität profilieren können, aber auch durch ihre hervorragende Projekt-Koordinierung: Die jetzt zur Verfügung stehenden Gelder fließen in ein großangelegtes Projekt, an dem die Universität Essen seit längerem beteiligt ist und das folgenden Hintergrund hat: Im Dezember 2000 wurde mit der "EU Wasser-Rahmenrichtlinie" eine Rechtsvorschrift erlassen, die sehr große Auswirkungen auf die Wasserwirtschaft in ganz Europa hat. Die Umsetzung dieser Richtlinie wird derzeit von der EU und den einzelnen Mitgliedsstaaten intensiv vorbereitet. Im Rahmen dieser Arbeiten werden auch Forschungsprojekte gefördert. Trugen die vorhergehenden Forschungs-Projekte zur Wasser-Rahmenrichtlinie mit Essener Beteiligung noch den Titel AQEM und MAKEF, heißt das neue Projekt nun STAR (Standardisation of River Classifications). Die Abteilung Hydrobiologie der Uni Essen wird mit 550 000 Euro gefördert.

Um STAR besser einordnen zu können, hier zunächst eine kurze Erläuterung zur Situation des Gewässerschutzes und ein Rückblick auf das dazu bisher von der Abteilung Hydrobiologie der Universität Essen Geleistete: Die Verschmutzung von Gewässern wird traditionell durch ’Gewässergütekarten’ dargestellt, mit denen die Öffentlichkeit für Fragen des Gewässerschutzes sensibilisiert wurde und in deren Folge sich die Wasserqualität in vielen europäischen Ländern wieder verbesserte. Dennoch sind die Lebensgemeinschaften der Gewässer - wie zum Beispiel Fische, Kleintiere, Wasserpflanzen - nach wie vor stark beeinträchtigt. Die Ursache hierfür ist nicht nur die Verschmutzung der Gewässer: Wehre, Flussbegradigungen, Wasserausleitung, Schwermetalle - all dies wirkt sich auf die Lebensgemeinschaft aus. Der neue Ansatz der EU sieht vor, die Beeinträchtigung der Lebensgemeinschaft direkt zu messen und nicht nur die Verschmutzung zu bestimmen.

Eine entsprechende Methodik wurde in dem laufenden EU Forschungsprojekt AQEM, an dem 16 Partner aus acht europäischen Staaten beteiligt sind, entwickelt. Das Projekt wird von Dr. Daniel Hering, Abteilung Hydrobiologie der Universität Essen, koordiniert. Herzstück der Bewertung sind Kleintiere, die an der Gewässersohle leben. Das Projekt wird Ende Februar 2002 mit der Veröffentlichung einer spezifischen Bewertungs-Software, umfangreicher Datenbanksysteme und eines ausführlichen Handbuches abgeschlossen. 

Der Erfolg des in Essen koordinierten AQEM-Projektes führte zu dem Folgeprojekt STAR, das in diesen Tagen beginnt und wiederum von der EU gefördert wird. Das Projekt hat zum Ziel, die in AQEM entwickelten Verfahren zu erweitern, mit anderen in Europa etablierten Verfahren auf einen Maßstab zu bringen und sie zu internationalen Standards weiter zu entwickeln. Ziel sind sogenannte ISO/CEN Standards, die für die meisten europäischen Länder verbindlich sind. Neben den Kleintieren der Gewässersohle sollen auch andere Organismengruppen, z.B. Wasserpflanzen, Mikroalgen und Fische, Berücksichtigung finden. All diese Tier- und Pflanzengruppen liefern unterschiedliche Informationen zur Qualität von Gewässern: Nährstoffanreicherung wird von der Algenflora widergespiegelt, Gewässerverschmutzung durch Kleintiere, während Fische die Situation im Einzugsgebiet eines Flusses beschreiben. In dem neuen Projekt sollen die Vorteile der verschiedenen Gruppen bei der Gewässerbewertung kombiniert werden. Dr. Daniel Hering von der Universität Essen koordinierte AQEM, die Projektleitung von STAR hat er nun an Dr. Mike T. Furse vom britischen ’Centre of Ecology and Hydrology’ abgegeben.

Ein weiteres geförderte Projekt der Abteilung Hydrobiologie der Universität Essen war das 2001 gestartete Projekt MAKEF, koordiniert von Dr. Petra Podraza. Das Projekt, an dem neben der Essener Hochschule drei Firmen aus Nordrhein-Westfalen und die Universität Bonn beteiligt sind, soll die Frage klären, welche Gewässer vom Menschen so stark verändert sind, dass sie nicht mehr in einen naturnahen Zustand zurückversetzt werden können. Für diese Gewässer gelten gemäß der neuen EU-Richtlinie dann andere Vorschriften und Ziele.

Redaktion: Maren Beuscher, Telefon (02 01) 1 83 - 45 18
Weitere Informationen:
Dr. Daniel Hering, Telefon (02 01) 1 83 - 30 84 oder 
daniel.hering@uni-essen.de

Universität Essen, Pressestelle, 45117 Essen
Telefon: (02 01) 1 83-20 88 - Telefax: (02 01) 1 83 - 30 08
E-Mail: pressestelle@uni-essen.de 
Besucheranschrift: Universitätsstraße 2, 45141 Essen, Gebäude T01, 6. Etage, Raum B13
Verantwortlich: Monika Rögge, Telefon: (02 01) 1 83 - 20 85

Monika Roegge | idw
Weitere Informationen:
http://www.aquem.de/
http://www.uni-essen.de/pressestelle

Weitere Berichte zu: AQEM Gewässer Hydrobiologie STAR

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Januskopf des südasiatischen Monsuns
15.06.2018 | Max-Planck-Institut für Chemie

nachricht Was das Eis der West-Antarktis vor 10.000 Jahren gerettet hat, wird ihr heute nicht helfen
14.06.2018 | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung

19.06.2018 | Veranstaltungen

LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018

19.06.2018 | Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rätselhaftes IceCube-Ereignis könnte von Tau-Neutrino stammen

19.06.2018 | Physik Astronomie

Automatisierung und Produktionstechnik – Wandlungsfähig – Präzise – Digital

19.06.2018 | Messenachrichten

Überdosis Calcium

19.06.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics