Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nach dem Zusammenbruch des Mayareiches änderte sich das Klima

24.01.2002


NWO-Forscher der Universität von Amsterdam haben nachgewiesen, dass nach dem Zusammenbruch des Mayareiches sich das Klima in Südmexiko geändert hat. Aus erhalten gebliebenen Blütenstaubkörnern konnten die Paläo-Ökologen ableiten, dass das Klima schnell trockener wurde.

Das rauer werdende Klima erklärt die Abnahme der Bevölkerung nach dem Zusammenbruch des Mayareiches. Die Klimaforscher halfen so ein Rätsel aus der Archäologie zu lösen.
Die Paläo-Ökologen aus Amsterdam konnten anhand der Blütenstaubkörner präzise das Klima in einem bestimmten Gebiet rekonstruieren. Jede Pflanze hat ihre Bedingungen, unter der sie wachsen kann. Indem man die möglichen Wachstumsbedingungen jeder Pflanze in einem bestimmten Gebiet übereinander legt, entsteht ein präzises Bild des lokalen Klimas.
In dem Gebiet, in dem die Maya lebten, im Süden Mexikos und im Norden Guatemalas, entdeckten die Forscher, dass um das Jahr Tausend das Klima schnell vertrocknete. Das war circa hundert Jahre nach dem Zusammenbruch des Mayareiches. Die Forscher vermuten, dass die Bewohner nach dem Zusammenbruch des gut organisierten Reiches viel Natur und Ackerbaugebiet zerstörten. Dies führte zur Erosion, so dass die Verdampfung und somit der Regenfall abnahm.
Die Blütenstaubkörner sagen auch etwas über den Ackerbau in ferner Vergangenheit. In Peru konnten die Paläo-Ökologen rekonstruieren wie der Anbau von Mais und Getreide sich unter den verschiedenen Bevölkerungsgruppen verbreitete. Bei bestimmten Völkern, die bei der Ankunft der Spanier als Jäger und Sammler lebten, zeigte sich, dass sie eine reiche agrarische Vergangenheit hatten.
Die Blütenstaubuntersuchung in Süd- und Mittelamerika hat auch Daten ergeben, die für die heutige Klimaforschung von Bedeutung sind. In einem höher gelegenen Gebiet in Kolumbien wurden Blütenstaubkörner der vergangenen drei Millionen Jahre gefunden. Die NWO-Paläo-Ökologen haben untersucht, welche Pflanzen in den vergangenen 450.000 Jahren bei welchen CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre wuchsen. Der CO2-Gehalt in der Luft ist für diesen Zeitraum durch einen früheren Fund von im Eis des Südpols eingefrorenen Luftblasen bekannt. Aus dem Vergleich erweist sich, dass in der Vergangenheit das Pflanzenwachstum stark mit den Konzentrationen CO2 zusammenhing. Aus den Analysen erweist sich, dass sich nicht nur die Temperatur geändert hat, sondern auch der Niederschlag und in welchen Jahreszeiten der Niederschlag fiel.
Nähere Informationen und Illustrationsmaterial bei Dr. Robbert Marchant (Universität von Amsterdam, Institut für Biodiversität und Ökosystemdynamik), Tel +31 (0)20 525 7950, E-Mail: marchant@science.uva.nl Der Forscher hat vier Artikel geschrieben, die in Kürze in Fachzeitschriften erscheinen werden.

Msc Michel Philippens | idw

Weitere Berichte zu: Blütenstaubkörner Mayareich Paläo-Ökologe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde
23.01.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Neues Forschungsspecial zu Meeren, Ozeanen und Gewässern
18.01.2017 | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie