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JAGO taucht auf! IFM-GEOMAR stellt Forschungstauchboot JAGO vor

16.02.2006


Am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel wird ein neues Kapitel der Meeresforschung aufgeschlagen. Jago, das einzige bemannte deutsche Forschungstauchboot ist in der Kieler Förde angekommen und wird den Wissenschaftlern neue Möglichkeiten bei der Erforschung der Ozeane eröffnen.


Jago vor dem IFM-GEOMAR Forschungsschiff POSEIDON im Schwarzen Meer. K. Hissmann, IFM-GEOMAR


Kaltwasserkorallen vor Nordnorwegen aufgenommen von Jago, Juli 2005. C. Dullo, IFM-GEOMAR



"JAGO" ist ein bemanntes Unterwasserfahrzeug für zwei Personen und maximal 400 m Wassertiefe, das zur Erkundung und Erforschung aquatischer Systeme und Lebensräume eingesetzt wird. Es ermöglicht Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen einen persönlichen Blick auf den Meeresboden.



Als Tauchboot ist Jago unter Wasser frei beweglich und bietet damit exzellente Möglichkeiten für Beobachtungen und Probennahme. Karen Hissmann, Zoologin und verantwortlich für die operative Koordination, schwärmt: "Man ist mittendrin statt nur dabei", denn der Wissenschaftler genießt einen weiträumigen Ausblick aus dem Panoramafenster.

"Die Vorkommen der Kaltwasserkorallen, die wir im letzen Jahr vor Nordnorwegen erkundeten, waren viel größer als wir bisher angenommen haben", erläutert Prof. Christian Dullo vom IFM-GEOMAR. "Mit Hilfe des Tauchboots Jago konnten wir die Ausmaße und die vorkommenden Arten erstmals viel besser bestimmen". Schon Ende März will Prof. Ulf Riebesell mit Jago in den Skagerrak aufbrechen, um die Auswirkungen von Ozeanversauerung auf Kaltwasserkorallen zu untersuchen.

Jago ist weltweit im Einsatz. Berühmt geworden ist das Boot durch die Entdeckung des Quastenflossers, aber auch viele andere, der über 900 Tauchfahrten in den Nord- und Südatlantik, den Pazifik, ins Mittelmeer, den Indischen Ozean, das Rote Meer, in die sauerstofflosen Regionen des Schwarzen Meeres, ins Nordpolarmeer und in viele Süßwasser-Seen führten überraschende neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu Tage. Das relativ geringe Gewicht von nur 3 Tonnen und die kompakten Maße von 3 x 2 x 2.5 Metern ermöglichen den Einsatz von vielen Schiffen und einen problemlosen Transport bis in die letzten Winkel der Erde.

Mit der Übernahme des Tauchbootes durch das IFM-GEOMAR zum 01. Januar 2006 vom bisherigen Eigner Hans Fricke, Zoologe und Autor von zahlreichen Wissenschaftsdokumentationen, wird eine in Deutschland für ein Meeresforschungsinstitut einmalige Infrastruktur geschaffen. Den verschiedenen Wissenschaftlergruppen des IFM-GEOMAR und anderer Einrichtungen eröffnet es hervorragende neue Arbeitsmöglichkeiten. Neben der Kaltwasserkorallenforschung werden vom Einsatz des Tauchbootes unter anderem auch die marine Biologie, die marine Mikrobiologie, die chemische Ökologie, die biologische und chemische Ozeanographie, die Hydrothermalforschung, die Gashydratforschung und die Gesteinsforschung profitieren. Darüber hinaus wird das Tauchboot als Test-Plattform für Unterwassermessgeräte und -systeme genutzt werden, die der Technologieentwicklung im Hinblick auf Ozean- und Meeresbodenobservatorien dienen.

Zum Institut gehören gleich zwei deutsche Forschungsschiffe, die bestens als Mutterschiff für den Einsatz des Tauchbootes geeignet sind, die FS ALKOR und die FS POSEIDON. Kurze Wege in Ost- und Nordsee eröffnen neue Arbeitsgebiete direkt vor der Haustür. Für Notfälle im Nord-Ostseeraum steht mit JAGO außerdem ein rasch einsetzbares Rettungs- und Bergungsgerät zur Verfügung.

Zum Team des Tauchboots Jago gehören Jürgen Schauer, Techniker und Tauchbootpilot mit über 1300 Tauchgängen und rund 5000 Stunden unter Wasser und Karen Hissmann, Zoologin, verantwortlich für die operative Koordination.

Mona Botros | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifm-geomar.de/

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