Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tag der Deutschen Einheit hinterlässt Spuren auf dem Mars

04.10.2005


Gesteinsbrocken mit Namen zur Wiedervereinigung benannt - Kleines Mössbauer-Spektrometer arbeitet weiterhin ohne Komplikationen



Zum Tag der Deutschen Einheit hat die NASA Gesteinsbrocken auf dem Mars Namen gegeben, die sich an Begriffen aus der Wiedervereinigung orientieren. Vier Steine bzw. Felsbrocken in der Region Husband Hill heißen nun Nikolaikirche, Montagsdemo, Maueröffnung und Wiedervereinigung. "Nachdem bereits verschiedene Länder zu ihrem Nationalfeiertag landestypische Bezeichnungen auf dem Mars erhalten haben, würdigt die NASA jetzt zum 3. Oktober mit der Namensgebung auch unseren Beitrag zur Mars-Mission", erklärt Dr. Göstar Klingelhöfer vom Institut für Anorganische Chemie und Analytische Chemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Klingelhöfer hat mit seinem Team ein kleines Mössbauer-Spektrometer entwickelt, das bei der NASA-Doppelmission mit den Exploration Rovern Spirit und Opportunity auf dem Mars entscheidende Untersuchungen zum Vorkommen von eisenhaltigem Gestein vornimmt und mittlerweile seit nahezu zwei Jahren ohne Komplikationen funktioniert. Sein Team ist auch an der Entwicklung und dem Betrieb des zweiten Mainzer Gerätes auf Spirit und Opportunity, dem Alpha-Röntgen-Spektrometer APXS des MPI für Chemie, wesentlich beteiligt.

... mehr zu:
»Mars »NASA »Nationalfeiertag »Spirit


Mit dem Tag der Deutschen Einheit wird die Wiedervereinigung durch den Beitritt der ehemaligen DDR zur Bundesrepublik am 3. Oktober 1990 gefeiert. Christian Schröder aus dem Team von Klingelhöfer hat im Vorfeld des Feiertags dem Jet Propulsion Laboratory der NASA Vorschläge unterbreitet, wie verschiedene Ziele - einzelne Steine, markante Stellen auf größeren Steinen oder kleinere Krater - benannt werden könnten. Hierfür wurden Namen gewählt, die mit der deutschen Einheit verquickt sind, wie die Leipziger Nikolaikirche, Berliner Mauer, Checkpoint Charlie oder Glasnost. Die Auswahl erfolgte gemeinsam mit dem Leiter der Mars-Mission, Steve Squyres, am Wochenende. "Der Rover Spirit ist gerade dabei, die Gipfelregion von Husband Hill zu verlassen, so dass wir jetzt beim Abstieg unsere Namen vergeben", erläutert Schröder. Der Felsen Montagsdemo, Durchmesser etwa ein Meter, soll noch in dieser Woche genauer untersucht werden. Auf Husband Hill benannte die NASA verschiedene Stellen nach Bergsteigerpionieren wie Norgay oder Hillary. Zuvor orientierte sich die Namensgebung bereits an den Nationalfeiertagen in den USA, Frankreich und der Schweiz: "Independence" und "Constitution" erinnern an den US-Unabhängigkeitstag am 4. Juli, "Voltaire" und "Assemblée" an den französischen Nationalfeiertag am 14. Juli. "Voltaire" ist beispielsweise ein Gesteinsaufschluss von mehreren Metern Länge, an dem der Rover Spirit während seines Aufstiegs zum Gipfel des Husband Hill vorbeifuhr. "Es werden ständig neue Namen gebraucht, um die Untersuchungsstellen der Rover-Instrumente zu bezeichnen", so Schröder.

Die NASA-Rover Spirit und Opportunity sind im Januar 2004 auf dem Mars gelandet und seitdem dort unterwegs - wesentlich länger, als ursprünglich geplant. Die Untersuchungen der Gesteins- und Bodenproben insbesondere mit den Mainzer Mössbauer-Spektrometern lieferten starke Hinweise darauf, dass der Rote Planet in früheren Zeiten zumindest teilweise von flüssigem Wasser bedeckt war und insofern die wichtigste Voraussetzung für Leben vorhanden gewesen wäre.

Kontakt und Informationen:
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Anorganische Chemie und Analytische Chemie
Dr. Göstar Klingelhöfer
Tel. 06131 39-23282 oder 0177/4946477
E-Mail: klingel@mail.uni-mainz.de
Christian Schröder
Tel. 06131 39-23204
E-Mail: schroedc@uni-mainz.de

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-mainz.de
http://iacgu32.chemie.uni-mainz.de

Weitere Berichte zu: Mars NASA Nationalfeiertag Spirit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen
18.08.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Klimawandel: Bäume binden im Alter große Mengen Kohlenstoff
17.08.2017 | Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Wolkenmacher“: Wie Unternehmen Vertrauen aufbauen

18.08.2017 | Unternehmensmeldung

Beschichtung lässt Muscheln abrutschen

18.08.2017 | Materialwissenschaften

Fettleber produziert Eiweiße, die andere Organe schädigen können

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie