Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Datierung zeigt Berge jünger als bisher angenommen

11.07.2005


Eine spezielle Methode zur Datierung hat gezeigt, dass Berge wesentlich schneller entstehen, als bisher angenommen. Wissenschaftler schätzen jetzt, dass die Entstehung eines Berges nur dreizehn Millionen Jahre erfordert - gegenüber dem bisherigen Zeitfenster von ca. vierzig Millionen Jahren.



Die neuen Erkenntnisse konnten durch eine Technik gewonnen werden, bei der die Datierung mittels radiogener Isotope vorgenommen wird. Hierbei können Einsichten in die thermale Geschichte von Gesteinen gewonnen werden. Die Ergebnisse der Studie, zu deren Autoren auch Professor Bas Hensen von der in Sydney gelegenen University of New South Wales gehört, wurde in der Zeitschrift Nature veröffentlicht.



Die Untersuchungen der Wissenschaftler haben gezeigt, dass Gesteine, die im Prozess der Gebirgsentstehung vergraben werden, nicht so heiß werden, wie bisher angenommen. Die Abkühlung sowie die Verfestigung zu einem Berg finden daher deutlich schneller statt. "Bei einer Form der Gebirgsentstehung kollidieren zwei Teile der Erdkruste miteinander und werden unter Druck übereinander gefaltet", so Professor Hensen. Im Ergebnis werden große Gesteinmassen nach oben gedrückt und formen einen Berg, während andere tief in den Boden getrieben werden - teilweise bis zu einhundert Kilometer. "Bei einem derartigen Prozess werden lange vergrabene Gesteine an die Oberfläche gebracht und gleichzeitig andere Gesteinsmassen für Millionen von Jahre versenkt."

"Bisher wurde angenommen, dass diese Gesteinsmassen auf etwa siebenhundert Grad Celsius erhitzt werden. Die genaue Datierungsmethode mittels radiogener Isotope hat nun ergeben, dass das Gestein auf nur ca. vierhundert Grad Celsius erhitzt wird. Die Forscher fanden heraus, dass ein Großteil der Gesteinsmassen relativ kühl bleibt, da diese für nur einen ’kurzen’ Zeitraum von zwei Millionen Jahren vergraben werden.

"Unsere Forschungen haben gezeigt, dass der gesamte Zyklus der Bergentstehung kürzer als zuvor angenommen ist." Das von den Wissenschaftlern entwickelte "fast-subduction-cold crust model" berücksichtigt die neu gewonnenen Erkenntnisse und erklärt auch eine Reihe anderer geologischer Phänomene, die bisher im Widerspruch zu den vorhandenen Modellen der Bergentstehung standen.

Weitere Informationen:
Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neueseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593

Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist die zentrale Verwaltungsstelle aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Deutschland und Österreich, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de
http://www.ranke-heinemann.at
http://www.wissenschaft-australien.de

Weitere Berichte zu: Bergentstehung Datierung Gestein Gesteinsmasse Isotop

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur
22.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Ursuppe in Dosen
21.06.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften