Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungseisbrecher treffen sich kurz vor dem Nordpol

24.08.2001


Die drei international bedeutendsten Forschungseisbrecher aus Deutschland, Schweden und den USA trafen sich am Donnerstag, dem 23. August, im Nordpolarmeer, nur etwa 500 Kilometer vom Nordpol entfernt, um Treibstoff umzuverteilen und Forschungsergebnisse auszutauschen. Das einzigartige Treffen wurde mit einer Feier und sportlichen Wettkämpfen auf einer großen Eisscholle begangen.

Der deutsche Forschungseisbrecher "Polarstern" des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven befindet sich seit dem 2. August auf Expedition im ganzjährigen Eis des Nordpolarmeeres. Die Forschungsreise zur Erkundung des bisher nahezu unerforschten Meeresbodens dieser unwirtlichen Region findet in enger Kooperation mit dem neuen Forschungseisbrecher "Healy" der amerikanischen Küstenwache statt, der in diesem Jahr seine erste große Expedition durchführt. Beide Schiffe führen ein abgestimmtes Forschungsprogramm durch und unterstützen einander beim Brechen mächtiger Eisbarrieren.

"Oden" bringt Treibstoff

Das Zusammentreffen mit dem schwedischen Forschungseisbrecher "Oden", der sich auf der Rückreise von einer Nordpolexpedition in Richtung Spitzbergen befindet, diente vorrangig der Übernahme von Dieselkraftstoff und dem wissenschaftlichen Austausch. Die "Oden" verfügt zum Ende ihrer Forschungsfahrt über große Treibstoffreserven. Deshalb konnten "Polarstern" und "Healy" bei dem heutigen Manöver 100 Tonnen Dieselkraftstoff übernehmen und somit eine in jedem Fall ausreichende Reserve für die noch sechs Wochen andauernden Forschungstätigkeiten sicherstellen. Bereits 1991 erreichten "Polarstern" und "Oden" als erste nicht atomar angetriebene Forschungseisbrecher den Nordpol. Die heutigen Feierlichkeiten sind somit auch dem zehnten Jahrestag dieser Expedition gewidmet.

Fußball auf der Eisscholle

Am Treffen nahmen mehr als 250 Forscher und Besatzungs-mitglieder aus insgesamt 17 Nationen teil, die neben vielen Gesprächen auch Zeit für ein Fußballturnier und einen Wettkampf im Tauziehen fanden. Die etwa 1 Quadratkilometer große und 3 Meter dicke Eisscholle, auf der die sportlichen Wettkämpfe stattfanden, war Anlegeplatz der Forschungseisbrecher. Ein frisch gezapftes Bier auf der Eisscholle kühlte nach den sportlichen Aktivitäten die erhitzten Gemüter. Die genaue Position des nördlichsten Fußballturniers dieser Saison lag bei 85°30’ Nord und bei 15°00’ Ost. Alle Schiffe konnten während der zehnstündigen Zusammenkunft über Gangways betreten und besichtigt werden.

Feierliche Atmosphäre

Die Fahnen der 17 Nationen, die an den drei Expeditionen beteiligt sind, wurden gehisst und die Erfolge der internationalen Erforschung des Nordpolarmeeres an einer Bar aus Eisblöcken begossen. Die Leiter der Expeditionen, Prof. Dr. Peter Michael (Universität Tulsa, USA), Ulf Hedman, Logistikchef des schwedischen Polarsekretariats, und Prof. Dr. Jörn Thiede, Direktor des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, begrüßten sich vor der imposanten Kulisse der drei Forschungsschiffe auf der Eisscholle. Die Schiffskapitäne Jürgen Keil ("Polarstern"), David Vizneski ("Healy") und Mads Johanson ("Oden") hatten neben der Aufsicht über die komplizierte Betankung ebenfalls Zeit für einen Spaziergang auf dem Eis. Die über 250 Expeditionsteilnehmer genossen die freundliche und internationale Atmosphäre dieses Treffens. Um 22.30 Uhr verließen die Schiffe die Eisscholle, um ihre Fahrten fortzusetzen.

Dipl.-Ing. Margarete Pauls | idw

Weitere Berichte zu: Eisscholle Forschungseisbrecher Nordpol

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Was ist krebserregend am Erionit?
13.01.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Drohnen im Einsatz für die Korallenriffforschung
10.01.2017 | Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie