Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Indonesien übernimmt deutsches Tsunami-Frühwarnsystem

14.03.2005


Bulmahn unterzeichnet Erklärung mit indonesischem Forschungsminister in Jakarta



Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn hat am heutigen Montag in Jakarta mit ihrem indonesischen Kollegen Kusmayanto eine gemeinsame Erklärung zum Aufbau eines deutschen Tsunami-Frühwarnsystems vor der indonesischen Küste unterzeichnet. Das System ist auf eine regionale Vernetzung und die Kooperation mit weiteren Anrainerstaaten ausgelegt. Neben Indonesien haben bereits Sri Lanka und andere Länder am Indischen Ozean ihr Interesse an einer Kooperation mit Deutschland bekundet. Das Frühwarnsystem hat in seiner letzten Ausbaustufe einen Gesamtwert von 45 Millionen Euro. Deutschland wird der Republik Indonesien diese innovative Technologie im Rahmen der Hilfe für die durch den verheerenden Tsunami vom 26. Dezember vergangenen Jahres zerstörte Region zur Verfügung stellen.



Bulmahn sagte am Rande eines Tsunami-Workshops der World Meteorological Organization: "Ich freue mich sehr, dass sich Indonesien für das deutsche Konzept entschieden hat, bei dem neueste Technologien zum Einsatz kommen. Das System liefert Daten in Echtzeit und sichert damit schnellstmögliche Vorwarnzeiten. Das ist auch ein großer Erfolg für das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ), stellvertretend für die deutschen Geowissenschaften. Jetzt kommt es darauf an, dass die Frühwarn-Technik von den Menschen vor Ort angenommen wird." In dem Konzept sei ein entsprechendes Capacity Building ein unverzichtbares Element. Deshalb seien Schulungen von Entscheidungsträgern, Experten, Verantwortlichen vor Ort und den Bewohnern der gefährdeten Regionen geplant, so Bulmahn weiter.

"Bereits im Oktober diesen Jahres soll das deutsche Forschungsschiff SONNE erste GPS-gestützte Bojen in Indonesischen Gewässern dafür aussetzen. Wir müssen weg von der Reaktion auf Naturkatastrophen hin zur Prävention. Naturkatastrophen sind zwar unvermeidbar. Die Folgen müssen aber zukünftig so überschaubar wie möglich gehalten werden."

Neben der Erfassung von Tsunamis solle es auch Naturkatastrophen wie Erdbeben und Vulkanausbrüche erfassen. Mittelfristig ist die Erfassung von Gefahren durch satellitengestützte Kommunikationsnetze vorgesehen.

Die Intergovernmental Oceanographic Commission der UNESCO wurde von der internationalen Staatengemeinschaft im Januar in Kobe gebeten, das Tsunami-Frühwarnsystem im Indischen Ozean zu koordinieren. Das deutsche Konzept wird in dieses Gesamtkonzept eingebracht.

Indonesien ist ein besonders interessanter Partner beim Aufbau eines Frühwarnsystems. Im Sunda-Bogen in Indonesischen Gewässern liegt die geologisch kritischste Zone im Indischen Ozean. Hier wurde das Seebeben ausgelöst, das den verheerenden Tsunami verursachte, bei dem nach letzten Schätzungen rund 300.000 Menschen ums Leben gekommen sind.

| idw
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

Weitere Berichte zu: Indonesien Naturkatastrophe Ozean Tsunami Tsunami-Frühwarnsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Meeresforschung in Echtzeit verfolgen
22.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Weniger Sauerstoff in allen Meeren
16.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie