Fliegende Messstationen für die Atmosphärenforschung

NAERS-Workshop zieht internationale Experten an den Forschungsflughafen Braunschweig

Am 14. bis 16. März 2005 findet am Forschungsflughafen Braunschweig der dritte internationale NAERS Workshop statt. NAERS (Network of Airborne Environmental Research Scientists) ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, die kleine Flugzeuge für die Atmosphärenforschung nutzen. Diese so genannten SERA (Small Environmental Research Aircraft) sind mit hochmodernen Luftsensoren und Navigationssystemen ausgerüstet.

Ausgerichtet wird das Treffen, zu dem etwa 35 Teilnehmer aus USA, Japan, Australien und vielen europäischen Ländern erwartet werden, von Diplom-Meteorologe Thomas Spieß und Dr. Jens Bange. Beide sind Wissenschaftler am Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme der Technischen Universität Braunschweig unter der Leitung von Prof. Peter Vörsmann. Die TU Braunschweig ist mit dem Forschungsflugzeug Do 128 (Institut für Flugführung), der hubschrauber-gestützten Turbulenzsonde Helipod und dem meterologischen Mikroflugzeug Carolo vertreten. Die beiden letztgenannten Geräte aus dem Institut von Prof. Vörsmann sind sogar weltweit einmalige Forschunginstrumente.

Mit welchen Strategien können die atmosphärische Dynamik, Luftchemie, Luftverschmutzung sowie Klimagase wie Kohlendioxid und Methan untersucht werden? Wie lassen sich die Genauigkeiten steigern? Welche Messtechnik ist geeignet? Dies sind Fragen, an denen viele Atmosphärenforscher weltweit und nicht erst seit dem Kyoto-Protokoll arbeiten. NAERS-Wissenschaftler beschäftigen sich in diesem Zusammenhang mit der Meteorologie und Luftchemie, aber auch mit Luftfahrttechnik, dem Zulassungsrecht, der Software-Entwicklung und besonders mit der Messelektronik.

NAERS-Arbeitsgruppen tragen weltweit zur Atmosphärenforschung bei. So sind kleine Forschungsflugzeuge auf vielen meteorologischen Feldexperimenten unerlässlich. Sie bilden das Bindeglied zwischen lokalen Bodenmessungen, Satellitenbeobachtungen und großräumigen Computermodellen der Atmosphäre. Die Einsatzgebiete sind vielfältig: SERA werden zur Beobachtung von Schadstoffausbreitung um Städte und Industrieanlagen ebenso eingesetzt, wie zur Vermessung von großen Agrarflächen in Australien oder der Wüstenbildung in Spanien. Der Helipod wird sogar von Eisbrechern in der Arktis genutzt. In Zukunft sind auch Einsätze zur Untersuchung der Strömung rund um Windkraftanlagen in der Nordsee geplant.

Media Contact

Dr. Elisabeth Hoffmann idw

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