Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungseisbrecher Polarstern driftet im antarktischen Eis

09.12.2004


Seit dem 27. November ist eine Eisscholle in der Antarktis für 55 Wissenschaftler aus elf Nationen Arbeitsplatz und Heimat zugleich.


Der Forschungseisbrecher Polarstern des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven ist fest mit einer driftenden Scholle im westlichen Weddelmeer verankert. Im Rahmen der vom Alfred-Wegener-Institut organisierten Expedition Ispol (Ice Station POLarstern), ist die Scholle Gegenstand einer mehrwöchigen Untersuchung durch Glaziologen, Biologen, Ozeanografen und Meteorologen. Das Untersuchungsgebiet ist ein einzigartiges Meeresgebiet, da es den größten Anteil an mehrjährigem Meereis im südlichen Ozean besitzt. Die dortigen ozeanografischen, meteorologischen und biologischen Prozesse sind von globaler Bedeutung.

Die Scholle


Die Scholle misst etwa vier mal vier Kilometer und besteht aus zahlreichen imposanten Packeisrücken sowie aus ebenen Flächen mit einer Schneeauflage von etwa einem halben Meter. Darunter befindet sich eine Eisschicht von einem bis zu über zwei Meter Dicke. Auf der Eisscholle sind "Straßen" ausgeflaggt, auf denen mit Motorschlitten im Pendelverkehr die verschiedenen Arbeitsfelder mit Geräten und Personen versorgt werden. Die Scholle befand sich zu Beginn der Untersuchungen auf 68°S/55°W, in einem Gebiet, das bisher alle Schiffe gemieden haben, weil hier das dickste Meereis der Antarktis anzutreffen ist. Dr. Gerhard Dieckmann vom Alfred-Wegener-Institut, einer der Ispol-Initiatoren, äußert erleichtert: "Endlich angekommen, nach vier Jahren Vorbereitung".

Die Forschung auf der Scholle

Unter der Führung des Fahrtleiters Prof. Dr. Michael Spindler vom Institut für Polarökologie der Kieler Universität werden auf der Eisscholle derzeit vielfältige Arbeiten durchgeführt. Meteorologen registrieren den Einfluss der Witterung auf die Eiseigenschaften. Glaziologen und Biologen studieren die Strukturveränderungen des Eises und den Einfluss des kommenden Südsommers auf die im Eis lebenden hochproduktiven Kleinstorganismen, wie einzellige Algen und Planktontiere. Eine Gruppe von Biogeochemikern untersucht die klimarelevanten Gase, die teilweise von den Eisalgen produziert werden oder aber durch das Eis hindurch im Austausch mit der Atmosphäre stehen. Die wissenschaftliche Tauchgruppe des Alfred-Wegener-Instituts leistet wertvolle Zuarbeit bei der Untersuchung der Unterseite des Eises, indem sie Netze installiert, um die dort lebenden Planktontiere zu fangen. Von Polarstern aus entnehmen die Forscher Proben in größeren Wassertiefen, die neben Organismen auch Informationen über Spurengase, Temperatur und Salzgehalt mit an die Oberfläche bringen. Die an Bord befindlichen Hubschrauber dienen den Wissenschaftlern zum Ausbringen von Bojen, die die Drift der Schollenfelder um die Eisdriftstation herum dokumentieren und zu Eisdickenmessungen mit dem Bird, einer Spezialsonde. Die Wissenschaftler werden die Eisscholle voraussichtlich bis zum 5. Januar 2005 kontinuierlich beproben.

Auf der Ispol-Webseite www.ispol.de können Sie die Ispol-Expedition anhand eines ausführlichen Logbuches verfolgen und sich über Bilder einen Eindruck über die Arbeiten auf dem Eis verschaffen.

Polarstern wird am 17. Juni in Bremerhaven zurückerwartet.

Dipl.-Ing. Margarete Pauls | idw
Weitere Informationen:
http://www.awi-bremerhaven.de/

Weitere Berichte zu: Eisscholle Forschungseisbrecher Meteorologe Polarstern

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Bisher älteste bekannte Sauerstoffoase entdeckt
18.01.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Wetteranomalien verstärken Meereisschwund
16.01.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

18.01.2018 | Informationstechnologie

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten