Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entstehung der Erde exakter erforschen

02.12.2004


Die Entstehung der Erde und anderer Planeten erforscht das Zentrallabor für Geochronologie (ZLG) am Institut für Mineralogie der Universität Münster. Dafür wurde in den letzten Wochen ein hochpräzises Thermionen-Massenspektrometer (TRITON) installiert. Das 700.000 Euro teure, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte Gerät dient der Messung von Isotopen in Gesteinen der Erde und Meteoriten. Fundamentale Fragen zur Entstehung des Sonnensystems und seiner Planeten können nun in Münster mit nie gekannter Genauigkeit untersucht werden.



Isotope sind Teilchen ein und desselben chemischen Elements, die jedoch unterschiedliche Massen besitzen, also unterschiedlich "schwer" sind. Mit Hilfe des Massenspektrometers kann die Häufigkeit verschiedener Isotope in Gesteinen und Mineralen bestimmt werden. Dies ist für viele Forschungsgebiete von grundlegender Bedeutung. Ganz besonders wichtig sind Isotope in den Geowissenschaften, wo sie zur Bestimmung der Alter von Mineralen und Gesteinen genutzt werden. Daneben können Isotope auch Auskunft über den Herkunftsort von Material geben, aus dem sich durch geologische Prozesse wie Verwitterung, Ablagerung, Aufschmelzung und Auskristallisation neue Gesteine gebildet haben.



Die relativen Anteile der Isotope eines Elements weisen nur sehr geringe, aber systematische Unterschiede auf, die mit dem neuen Massenspektrometer hochpräzise bestimmt werden können. Der technische Fortschritt in der Massenspektrometrie hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass immer kleinere Proben mit immer besserer Genauigkeit analysiert werden können. Es ist daher möglich, Variationen in der Häufigkeit eines Isotops, die nur 0,001 Prozent betragen, exakt zu analysieren.

Gegenüber den bereits im Zentrallabor für Geochronologie des Institutes für Mineralogie vorhanden Massenspektrometern liefert das neue Gerät Daten mit einer rund fünfmal besseren Genauigkeit. Dieser Fortschritt in der Messgenauigkeit ermöglicht es, neue und fundamentale Erkenntnisse über Prozesse auf der Erde aber auch auf anderen Planeten zu erhalten. Material von anderen Planeten steht den Forschern durch Meteorite zur Verfügung, die immer wieder auf die Erde fallen und aufgesammelt werden.

Von Menschen direkt auf einem anderen Himmelkörper gesammeltes Material steht durch die Apollo-Missionen zur Verfügung, bei denen etwa 360 Kilogramm Mondgestein speziell für Forschungszwecke zur Erde zurück gebracht wurde. Von diesem wertvollen Material können für Untersuchungen nur kleinste Mengen verbraucht werden. Hier bietet das neue Massenspektrometer bessere Möglichkeiten, da seine Messempfindlichkeit gegenüber älteren Geräten deutlich höher ist und schon an geringste Probenmengen kleine Isotopenvariationen nachgewiesen werden können.

Mit dem Massenspektrometer "Triton" sollen am Institut für Mineralogie der Universität Münster Grundlagenforschung betrieben und fundamentale wissenschaftliche Themen bearbeitet werden. Dazu gehören Fragen wie: Wie schnell laufen geologische Prozesse ab? Wie entstanden unser Sonnensystem und seine Planeten und wie entwickelte sich unsere Erde seit ihrer Entstehung?

Norbert Frie | idw
Weitere Informationen:
http://www.zlg-muenster.de/
http://www.uni-muenster.de/Mineralogie/

Weitere Berichte zu: Gestein Isotop Massenspektrometer Mineralogie Planet

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle
19.09.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Zeppelin, Drohnen und Forschungsschiffe untersuchen Wattenmeer und Elbe
19.09.2017 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie