Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Himalaya-Gletscher schmelzen schnell

11.11.2004



Experten warnen vor Katastrophen für Mio. Menschen


Umweltexperten warnen davor, das Abschmelzen der Himalaya-Gletscher auf die leichte Schulter zu nehmen. In der Region leben Mio. Menschen, die von Überflutungen und Gerölllawinen bedroht sind. Kritisiert wird auch, dass die letzten Vergleichszahlen in den 90er Jahren erhoben wurden, berichtet BBC-Online.

"Es ist höchste Zeit, die tatsächliche Situation zu erfassen. Denn eine Naturkatastrophe kann uns jederzeit treffen", meint Arun Bhakta Shresta vom Nepal Department of Hydrology and Meteorology. Langfristig könnten alle Gletscher in der Region verschwinden. Das würde dann zu extremen Überschwemmungen führen. Von den 3.300 Gletschern der Region haben 2.300 Seen. Bei Temperaturerhöhungen wie sie derzeit stattfinden, schwellen diese Seen auf immer größere Ausmaße an. Kein Mensch weiß wie stark diese Gletscherseen in den vergangenen Jahren gewachsen sind und ob manche davon schon nahe am Bersten sind, so die Experten. Gefährdet von den Sturzfluten sind Menschen in den Staaten Indien, Nepal, Bangladesch und Bhutan.


Solche Katastrophen sind in Nepal nicht unbekannt und kamen in den vergangenen 70 Jahren mehr als ein Dutzend Mal vor. Dabei werden Dörfer, Straßen, Wege und Brücken zerstört. 1985 ist in Khimbu, Nepal, ein Gletschersee geborsten und hat 20 Menschen das Leben gekostet und große Schäden angerichtet. Zwischen 1970 und 1989 haben japanische Forscher entdeckt, dass in der Khumbu-Region die Gletscher um 30 bis 60 Meter zurückgegangen sind. Auch in der Dhaulagiri-Region konnten die Wissenschaftler ähnliche Werte messen. Die Experten sind sich einig, dass diese Region besser und genauer untersucht werden muss.

Langfristig gesehen, fürchten die Klimatologen und Hydrologen, könnte die globale Erwärmung aber in der Region zu vermehrter Trockenheit führen: So stammen fast 70 Prozent des Wasservolumens des Ganges von Flüssen aus Nepal. Diese werden wiederum von den Gletschern der Himalaya-Region gespeist. Wenn die Gletscher verschwinden, werden diese Flüsse weit weniger Wasser führen und möglicherweise sogar austrocknen. "In einigen Flüssen wird bis zu 90 Prozent weniger Wasser fließen", erklärt Syed Iqbal Hosnain von der indischen University of Calicut. Die genauen Auswirkungen lassen sich aber derzeit noch nicht abschätzen, denn dazu fehlen die Zahlen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk

Weitere Berichte zu: Gletscher Himalaya-Gletscher Nepal

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Tonmineral bewässert Erdmantel von innen
20.11.2017 | Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY

nachricht Neue Einblicke in das 2004 Sumatra-Erdbeben
14.11.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie